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Aufbau der Bachelorarbeit: Alle Bestandteile, ihre Reihenfolge und formalen Anforderungen

Eine Bachelorarbeit ist mehr als ihr Textteil. Das fertiggestellte Dokument, das abgegeben wird, besteht aus einer definierten Abfolge von Bestandteilen, die zusammen das vollständige Prüfungsdokument bilden. Deckblatt, Inhaltsverzeichnis, Abstract, Abkürzungsverzeichnis, Abbildungsverzeichnis, Textteil, Literaturverzeichnis, Anhang und Eigenständigkeitserklärung: Jedes dieser Elemente hat eine klar definierte Position in der Gesamtstruktur, eine spezifische formale Anforderung und eine inhaltliche Funktion. Wer den Aufbau kennt, kann das Dokument korrekt zusammenstellen und die formalen Anforderungen erfüllen.

Dieser Ratgeber beschreibt alle Bestandteile einer Bachelorarbeit vollständig, in ihrer typischen Reihenfolge, mit den formalen Anforderungen, die für jedes Element gelten, und mit einer Erklärung der inhaltlichen Funktion. Für fachspezifische oder hochschulspezifische Abweichungen gilt immer: Die Prüfungsordnung des eigenen Studiengangs ist verbindlich und hat Vorrang vor allen allgemeinen Empfehlungen.

Die Gesamtstruktur einer Bachelorarbeit im Überblick

Die Gesamtstruktur einer Bachelorarbeit lässt sich in drei Bereiche einteilen: die Vordermasse, also alle Bestandteile vor dem eigentlichen Textteil; den Textteil, also den wissenschaftlichen Hauptteil mit Einleitung, Hauptteil und Fazit; und die Nachmasse, also alle Bestandteile nach dem Textteil. Diese Dreiteilung ist nicht nur eine formale Konvention, sondern spiegelt die verschiedenen Funktionen der Bestandteile wider: Die Vordermasse erschließt das Dokument, der Textteil enthält die wissenschaftliche Leistung, und die Nachmasse dokumentiert die Quellen und die Eigenständigkeit.

Die typische Reihenfolge der Bestandteile ist: Deckblatt, optional Sperrvermerk, optional Abstract, Inhaltsverzeichnis, optional Abbildungsverzeichnis, optional Tabellenverzeichnis, optional Abkürzungsverzeichnis, Textteil (Einleitung bis Fazit), Literaturverzeichnis, optional Anhang und Eigenständigkeitserklärung. Diese Reihenfolge ist in den meisten deutschen Hochschulen verbindlich; einzelne Elemente wie das Abstract können je nach Prüfungsordnung und Fach an verschiedenen Positionen stehen.

Was in dieser Struktur sofort auffällt: Der eigentliche Textteil, also die wissenschaftliche Argumentation der Bachelorarbeit, ist von Bestandteilen umgeben, die ihn erschließen und dokumentieren. Die Vordermasse gibt dem Lesenden Orientierung; die Nachmasse gibt dem Gutachter die Grundlage, um Quellenarbeit und Eigenständigkeit zu überprüfen. Wer den Aufbau als Ganzes versteht, versteht auch, warum jedes Element an seiner Position steht.

Das Deckblatt

Das Deckblatt ist die erste Seite der Bachelorarbeit und die erste Informationsquelle für den Gutachter. Es enthält alle prüfungsrelevanten Identifikationsdaten: die Hochschule, den Fachbereich oder das Institut, den Studiengang, den Titel der Bachelorarbeit (und den Untertitel, sofern vorhanden), die Art der Arbeit als Bachelorarbeit, den Namen und die Matrikelnummer des Studierenden, den Namen des Erstgutachters und des Zweitgutachters, das Abgabedatum und den Studienort.

Die genauen Pflichtangaben variieren zwischen Hochschulen, und manche Hochschulen stellen Deckblattvorlagen zur Verfügung, die verwendet werden müssen. Wer keine Vorlage hat, sollte die Prüfungsordnung auf Vorgaben prüfen und im Zweifel beim Prüfungsamt nachfragen. Ein Deckblatt, das Pflichtangaben fehlen, kann zur Rückgabe des Dokuments führen.

Formal ist das Deckblatt in der Regel nicht paginiert, das heißt, es trägt keine Seitenzahl. Es wird aber in manchen Hochschulen für die Berechnung der Seitenzahl mitgezählt, sodass die erste Seite des Inhaltsverzeichnisses die Seitenzahl II oder 2 trägt. In anderen Hochschulen beginnt die Paginierung erst mit dem Inhaltsverzeichnis. Die Prüfungsordnung gibt die verbindliche Regelung vor.

Der Sperrvermerk

Ein Sperrvermerk ist ein optionales Element, das in Praxisbachelorarbeiten relevant ist, die in Kooperation mit einem Unternehmen entstanden sind und vertrauliche Informationen über dieses Unternehmen enthalten. Der Sperrvermerk erklärt, dass die Arbeit vertraulich ist und nicht ohne ausdrückliche Genehmigung des Unternehmens veröffentlicht oder Dritten zugänglich gemacht werden darf.

Der Sperrvermerk steht nach dem Deckblatt und vor dem Abstract oder dem Inhaltsverzeichnis. Er ist in der Regel eine kurze, formularmäßige Erklärung, häufig eine halbe Seite, die den Vertraulichkeitsstatus der Arbeit beschreibt. Manche Hochschulen stellen Standardformulierungen für den Sperrvermerk zur Verfügung; in anderen müssen Studierende den Text selbst formulieren, häufig in Absprache mit dem kooperierenden Unternehmen.

Nicht jede Bachelorarbeit, die in Kooperation mit einem Unternehmen entsteht, braucht automatisch einen Sperrvermerk. Nur wenn die Arbeit tatsächlich vertrauliche Informationen enthält, also Unternehmensdaten, die nicht öffentlich bekannt sein sollen, ist ein Sperrvermerk sinnvoll. Die Entscheidung darüber liegt beim kooperierenden Unternehmen und sollte zu Beginn der Zusammenarbeit geklärt werden.

Das Abstract

Das Abstract ist eine Kurzfassung der gesamten Bachelorarbeit in einhundert bis zweihundert fünfzig Wörtern. In englischsprachigen Bachelorarbeiten ist es obligatorisch und steht in der Regel nach dem Deckblatt und vor dem Inhaltsverzeichnis. In deutschsprachigen Bachelorarbeiten ist es in manchen Fächern und Hochschulen obligatorisch, in anderen optional oder nicht vorgesehen.

Das Abstract enthält in komprimierter Form: den Hintergrund und die Relevanz des Themas, die Forschungsfrage, die verwendete Methode, die wichtigsten Ergebnisse und die zentralen Schlussfolgerungen. Es ist kein Teaser, der Neugier wecken soll, sondern eine sachliche, vollständige Kurzfassung, die es dem Lesenden ermöglicht, den wesentlichen Inhalt der Arbeit zu erfassen, ohne das gesamte Dokument zu lesen.

Das Abstract wird zuletzt geschrieben, nach Fertigstellung aller anderen Kapitel, weil es nur dann präzise und vollständig formuliert werden kann, wenn die Arbeit abgeschlossen ist. Was zuerst formuliert wird, ist in der Regel eine Beschreibung des geplanten Vorhabens, keine Kurzfassung der tatsächlichen Arbeit. Wer das Abstract vor der Fertigstellung der Arbeit schreibt, muss es am Ende fast immer vollständig neu formulieren.

Das Inhaltsverzeichnis

Das Inhaltsverzeichnis ist das Navigationsdokument der Bachelorarbeit. Es enthält alle Kapitel- und Unterkapitelüberschriften mit den entsprechenden Seitenzahlen, in der Reihenfolge ihres Erscheinens im Text. In modernen Textverarbeitungsprogrammen wie Word oder LibreOffice wird das Inhaltsverzeichnis automatisch aus den mit der Formatvorlage „Überschrift“ formatierten Überschriften generiert, was die Erstellung erheblich erleichtert und Fehler bei den Seitenzahlen vermeidet.

Was im Inhaltsverzeichnis erscheint, sind die nummerierten Kapitel und Unterkapitel des Textteils sowie das Literaturverzeichnis und der Anhang, sofern vorhanden. Was im Inhaltsverzeichnis nicht erscheint, ist das Deckblatt. Abstract, Abbildungsverzeichnis und andere Verzeichnisse können im Inhaltsverzeichnis aufgeführt werden oder nicht, je nach Hochschulkonvention. Die Eigenständigkeitserklärung erscheint häufig nicht im Inhaltsverzeichnis, weil sie kein numeriertes Kapitel ist.

Die visuelle Gestaltung des Inhaltsverzeichnisses sollte die Gliederungsebenen durch unterschiedliche Einrückung und häufig durch unterschiedliche Schriftgrößen oder Schriftstärken erkennbar machen. Hauptkapitel stehen linksbündig oder leicht eingerückt, Unterkapitel sind stärker eingerückt, Unterunterkapitel noch stärker. Leitpunkte oder Linien verbinden Überschrift und Seitenzahl und verbessern die Lesbarkeit des Verzeichnisses.

Das Abbildungsverzeichnis

Ein Abbildungsverzeichnis wird in Bachelorarbeiten dann benötigt, wenn die Arbeit drei oder mehr nummerierte Abbildungen enthält. Es listet alle Abbildungen mit ihrer Nummer, ihrer Beschriftung und der Seitenzahl auf, auf der sie erscheinen. Es steht nach dem Inhaltsverzeichnis und vor dem Tabellenverzeichnis oder dem Abkürzungsverzeichnis.

Abbildungen sind grafische Darstellungen, also Diagramme, Schaubilder, Fotos und Karten. Sie werden im Textteil mit einer arabischen Nummerierung, also Abbildung 1, Abbildung 2, und einer Beschriftung versehen, die unterhalb der Abbildung steht und häufig eine Quellenangabe enthält. Die Beschriftung sollte so formuliert sein, dass die Abbildung ohne den umgebenden Text verständlich ist.

Ob ein Abbildungsverzeichnis erforderlich ist, hängt von der Anzahl der Abbildungen und von den Konventionen des eigenen Fachs und der eigenen Hochschule ab. In Bachelorarbeiten, die keine oder nur wenige Abbildungen enthalten, entfällt das Verzeichnis. In naturwissenschaftlichen und technischen Arbeiten, die viele Abbildungen enthalten, ist es obligatorisch.

Das Tabellenverzeichnis

Das Tabellenverzeichnis entspricht in seiner Funktion und Struktur dem Abbildungsverzeichnis, aber für Tabellen. Es wird benötigt, wenn die Arbeit drei oder mehr nummerierte Tabellen enthält, und listet alle Tabellen mit ihrer Nummer, ihrer Beschriftung und der Seitenzahl auf. Es steht nach dem Abbildungsverzeichnis und vor dem Abkürzungsverzeichnis.

Tabellen sind tabellarische Darstellungen von Daten oder Informationen mit Reihen und Spalten. Sie werden im Textteil mit einer arabischen Nummerierung, also Tabelle 1, Tabelle 2, und einer Beschriftung versehen. Im Unterschied zu Abbildungen steht die Beschriftung von Tabellen häufig oberhalb der Tabelle, nicht darunter, aber diese Konvention variiert zwischen Fächern.

In quantitativen empirischen Bachelorarbeiten, die statistische Ergebnisse in tabellarischer Form präsentieren, ist ein Tabellenverzeichnis in der Regel notwendig. In stärker textbasierten Arbeiten ohne oder mit wenigen Tabellen entfällt es.

Das Abkürzungsverzeichnis

Ein Abkürzungsverzeichnis listet alle im Text verwendeten Abkürzungen alphabetisch auf und gibt ihre Bedeutung an. Es steht nach den anderen Verzeichnissen und vor dem Textteil. Es wird dann benötigt, wenn die Arbeit Abkürzungen verwendet, die nicht allgemein bekannt sind und nicht bei ihrer ersten Verwendung im Text vollständig ausgeschrieben und definiert wurden, oder wenn viele Abkürzungen verwendet werden und das Verzeichnis als Nachschlagewerk nützlich ist.

Was nicht im Abkürzungsverzeichnis aufgeführt werden muss, sind allgemein bekannte Abkürzungen wie z.B., d.h., u.a. oder Einheitensymbole. Was aufgeführt werden sollte, sind fachspezifische Abkürzungen, Akronyme und Kurzbezeichnungen, die im Textteil mehrfach verwendet werden. Die Konvention ist, dass jede Abkürzung bei ihrer ersten Verwendung im Text vollständig ausgeschrieben und in Klammern mit der Abkürzung angegeben wird, danach nur noch die Abkürzung verwendet wird.

Der Textteil: Einleitung, Hauptteil, Fazit

Der Textteil ist der wissenschaftliche Kern der Bachelorarbeit. Er beginnt mit der Einleitung, enthält den Hauptteil mit Theorieteil, Methodikteil, Ergebnisteil und Diskussion, und schließt mit dem Fazit. Der Textteil ist das, was in Umfangsangaben gemeint ist, wenn von dreißig bis sechzig Seiten gesprochen wird: Deckblatt, Verzeichnisse, Literaturverzeichnis und Anhang werden nicht zum Textteil gezählt.

Der Textteil ist durchgehend mit arabischen Seitenzahlen paginiert, beginnend mit der Seitenzahl 1 auf der ersten Seite der Einleitung. Die Verzeichnisse vor dem Textteil werden häufig mit römischen Ziffern paginiert, sodass der Textteil mit einer arabischen 1 neu beginnt, auch wenn das Dokument insgesamt mehr Seiten hat. Diese Konvention variiert zwischen Hochschulen; manche beginnen die arabische Paginierung bereits mit dem Deckblatt.

Die Einleitung im Detail

Die Einleitung führt in das Thema ein, stellt die Forschungsfrage explizit vor, skizziert das methodische Vorgehen und beschreibt den Aufbau der Arbeit. Sie umfasst in der Regel fünf bis zehn Prozent des Textteils, bei einer fünfzigseitigen Arbeit also zwei bis fünf Seiten. Sie enthält keine eigenen Unterkapitel in manchen Fächern, in anderen ist eine Unterkapitelstruktur der Einleitung üblich.

Was die Einleitung nicht enthält, sind ausführliche theoretische Grundlagen, empirische Ergebnisse oder Schlussfolgerungen, die dem Hauptteil vorgreifen. Sie gibt Orientierung, nicht Inhalt. Die häufigste Schwäche von Einleitungen ist, dass sie zu viel enthalten und damit die Funktion des Hauptteils vorwegnehmen, oder dass sie zu allgemein beginnen und den Lesenden nicht schnell genug zur Forschungsfrage führen.

Der Theorieteil im Detail

Der Theorieteil entwickelt die theoretischen und konzeptionellen Grundlagen, die für das Verständnis und die Beantwortung der Forschungsfrage notwendig sind. Er ist selektiv, auf die Forschungsfrage ausgerichtet und argumentativ strukturiert. Er umfasst in empirischen Bachelorarbeiten in der Regel dreißig bis vierzig Prozent des Textteils. In theoretischen Bachelorarbeiten kann der Theorieteil einen größeren Anteil einnehmen, weil der Hauptteil der wissenschaftlichen Arbeit in der Theorieentwicklung liegt.

Der Theorieteil hat eine klar erkennbare interne Struktur, die durch Unterkapitel sichtbar gemacht wird. Die Unterkapitel folgen einer inhaltlichen Logik, die die Forschungsfrage von verschiedenen theoretischen Seiten beleuchtet und am Ende des Kapitels explizit zur Forschungsfrage zurückführt. Was am Ende des Theorieteils stehen sollte, ist eine Aussage darüber, welche theoretischen Erwartungen oder Hypothesen sich aus dem Theorieteil für die empirische oder analytische Untersuchung ableiten lassen.

Der Methodikteil im Detail

Der Methodikteil beschreibt und begründet das methodische Vorgehen bei der Bachelorarbeit. Er enthält in einer empirischen Arbeit Unterkapitel zu Forschungsdesign, Erhebungsmethode, Stichprobe oder Untersuchungsgegenstand, Auswertungsstrategie und Gütekriterien. Jede methodologische Entscheidung wird beschrieben und begründet. Der Methodikteil umfasst in der Regel fünfzehn bis zwanzig Prozent des Textteils.

In theoretischen und literaturbasierten Arbeiten ist der Methodikteil kürzer und beschreibt das analytische Vorgehen: Welche Theorien oder Konzepte werden analysiert? Welche Texte oder Quellen werden herangezogen? Welches Analyseverfahren wird verwendet? Diese methodologischen Entscheidungen sind auch in nicht-empirischen Arbeiten wissenschaftlich begründungspflichtig.

Der Ergebnisteil im Detail

Der Ergebnisteil stellt die Befunde der Untersuchung neutral und deskriptiv dar, ohne sie zu interpretieren. In quantitativen empirischen Arbeiten enthält er Tabellen, Diagramme und statistische Kennzahlen. In qualitativen Arbeiten enthält er die Darstellung der entwickelten Kategorien mit illustrierenden Interviewzitaten. In theoretischen Arbeiten übernehmen Analysekapitel die Funktion des Ergebnisteils, wobei die Trennung zwischen Ergebnisdarstellung und Interpretation weniger streng ist als in empirischen Arbeiten.

Was im Ergebnisteil nicht stehen sollte, ist die Interpretation der Befunde, das heißt, was die Befunde bedeuten. Diese Interpretation ist die Funktion der Diskussion. Die strikte Trennung zwischen Befund und Interpretation ist in empirischen Fächern ein methodologisches Qualitätsmerkmal, das Gutachter prüfen.

Die Diskussion im Detail

Die Diskussion interpretiert die Befunde, bezieht sie auf den Theorieteil und ordnet sie in den Forschungsstand ein. Sie beginnt häufig mit einer kurzen Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse, entwickelt dann die Interpretation und den Vergleich mit bestehenden Studien, reflektiert die Limitationen der eigenen Studie und endet mit Implikationen für Forschung oder Praxis. Die Diskussion umfasst in der Regel zehn bis fünfzehn Prozent des Textteils.

Eine häufige Schwäche von Diskussionskapiteln in Bachelorarbeiten ist die fehlende Verbindung zum Theorieteil: Die Befunde werden beschrieben und mit anderen empirischen Studien verglichen, aber nicht in Beziehung zu den theoretischen Konzepten gesetzt, die im Theorieteil entwickelt wurden. Diese Verbindung herzustellen, also zu erklären, was die Befunde für die theoretischen Annahmen bedeuten, ist die eigentliche analytische Leistung der Diskussion.

Das Fazit im Detail

Das Fazit beantwortet die Forschungsfrage explizit, ordnet die Arbeit in den Forschungsstand ein und gibt einen Ausblick auf weiterführende Forschung. Es enthält keine neuen Informationen oder Argumente; es schließt die Arbeit argumentativ ab. Das Fazit umfasst in der Regel fünf bis zehn Prozent des Textteils. Ein zu kurzes Fazit zeigt, dass die abschließende Synthese nicht ausreichend geleistet wurde; ein zu langes Fazit enthält häufig Inhalte, die in die Diskussion gehören.

Der häufigste Fehler im Fazit ist das Zusammenfassen der Kapitel statt das Beantworten der Forschungsfrage. „In Kapitel eins wurde X behandelt, in Kapitel zwei Y…“ ist keine Beantwortung der Forschungsfrage. „Die Forschungsfrage, ob X Y unter den Bedingungen Z beeinflusst, kann auf der Grundlage der vorliegenden Untersuchung wie folgt beantwortet werden: …“ ist eine Beantwortung der Forschungsfrage. Dieser Unterschied ist fundamental und wird von Gutachtern unmittelbar erkannt.

Das Literaturverzeichnis

Das Literaturverzeichnis enthält alle im Text zitierten Quellen in alphabetischer Reihenfolge nach dem Nachnamen des ersten Autors. Was im Literaturverzeichnis nicht stehen darf, sind Quellen, die nicht im Text zitiert wurden, auch wenn sie für die Recherche hilfreich waren. Und was im Text zitiert wurde, muss im Literaturverzeichnis stehen; eine fehlende Quellenangabe ist ein formaler Fehler, der im Extremfall als Plagiat gewertet werden kann.

Die Formatierung des Literaturverzeichnisses folgt dem vorgeschriebenen Zitierstil. In den Sozialwissenschaften ist APA verbreitet, in den Wirtschaftswissenschaften Harvard, in den Geisteswissenschaften Chicago oder Fuß notenzitierstile. Jede Hochschule und jeder Fachbereich hat eigene Konventionen, die in der Prüfungsordnung oder durch den Betreuer vorgegeben werden.

Literaturverwaltungsprogramme wie Zotero oder Citavi generieren das Literaturverzeichnis automatisch im gewählten Zitierstil, vorausgesetzt, alle Quelleninformationen wurden korrekt eingegeben. Wer diese Programme konsequent während des gesamten Schreibprozesses nutzt, spart erheblich Zeit bei der Erstellung des Literaturverzeichnisses und vermeidet Formatierungsfehler, die bei manueller Erstellung fast unvermeidlich entstehen.

Der Anhang

Der Anhang enthält Materialien, die für das Verständnis der Arbeit relevant, aber für den Argumentationsfluss des Textteils zu umfangreich oder zu detailliert sind. Typische Anhangsmaterialien sind: Erhebungsinstrumente wie Fragebögen und Interviewleitfäden, vollständige Transkripte von Interviews, ergänzende statistische Outputs, Rohdatentabellen, umfangreiche Abbildungen und Karten sowie rechtliche oder institutionelle Dokumente, auf die im Text verwiesen wird.

Der Anhang steht nach dem Literaturverzeichnis und vor der Eigenständigkeitserklärung. Er ist alphanumerisch nummeriert, also Anhang A, Anhang B oder Anlage 1, Anlage 2, und jeder Teil des Anhangs hat eine eigene Überschrift. Im Text des Hauptteils wird auf Anhangsmaterialien durch einen entsprechenden Verweis hingewiesen, also „(vgl. Anhang A)“ oder „(siehe Anhang B, Abbildung X)“.

Nicht jede Bachelorarbeit hat einen Anhang, und das ist keine Schwäche. Ein Anhang ist nur dann sinnvoll, wenn tatsächlich Materialien vorhanden sind, die nicht in den Textteil gehören, aber für die Transparenz und Überprüfbarkeit der Arbeit relevant sind. Ein leerer oder inhaltsschwacher Anhang, der nur der Verlängerung des Dokuments dient, ist nicht erwünscht.

Die Eigenständigkeitserklärung

Die Eigenständigkeitserklärung ist eine rechtlich verbindliche Erklärung, mit der der Studierende bestätigt, dass die Bachelorarbeit eigenständig und nur mit den angegebenen Hilfsmitteln verfasst wurde, dass alle verwendeten Quellen angegeben wurden und dass die Arbeit nicht bereits in gleicher oder ähnlicher Form als Prüfungsleistung eingereicht wurde. Sie ist in nahezu allen deutschen Hochschulen verpflichtend und muss handschriftlich unterzeichnet sein.

Die Eigenständigkeitserklärung steht in der Regel am Ende der Bachelorarbeit, nach dem Anhang. Manche Hochschulen verlangen sie als letzte Seite des Dokuments; andere verlangen sie als separate Seite. In manchen Hochschulen gibt es eine Standardformulierung, die verwendet werden muss; in anderen formuliert man die Erklärung selbst. Die Prüfungsordnung gibt die verbindliche Vorgabe.

Was die Eigenständigkeitserklärung in Bezug auf externe Unterstützung bedeutet: Zulässige Unterstützungsformen wie Lektorat, methodisches Coaching und statistische Auswertungsunterstützung werden durch die Eigenständigkeitserklärung nicht ausgeschlossen, weil sie die inhaltliche Eigenleistung nicht ersetzen. Unzulässig ist das Einreichen eines vollständig fremden Textes als eigene Prüfungsleistung, weil das die Eigenständigkeit der Prüfungsleistung aushöhlt.

Paginierung und Formatierung

Die Paginierung, also die Seitennummerierung, folgt in den meisten Bachelorarbeiten einer Zweiteilungslogik: Die Vordermasse wird mit römischen Ziffern paginiert (I, II, III…), und der Textteil beginnt mit einer arabischen 1. Diese Zweiteilung ermöglicht es, das Inhaltsverzeichnis und die anderen Verzeichnisse in die Paginierung einzubeziehen, ohne die Seitenzählung des Textteils zu beeinflussen. Das Deckblatt wird in der Regel nicht paginiert.

Die Formatierung des Textteils folgt den hochschulspezifischen Vorgaben: Schriftgröße (häufig 12 Punkt für Fließtext), Zeilenabstand (häufig 1,5-fach), Seitenränder (häufig 2,5 cm oben, unten und links, 2,5 bis 3 cm rechts für die Bindung), Schriftart (häufig Times New Roman oder Arial) und Blocksatz oder linksbündiger Flattersatz. Diese Formatierungsvorgaben sind in der Prüfungsordnung oder in hochschulspezifischen Leitfäden festgelegt.

Die Abschlusskontrolle vor der Abgabe

Kurz vor der Abgabe der Bachelorarbeit sollte eine systematische Abschlusskontrolle aller formalen Elemente stattfinden. Diese Kontrolle prüft: Stimmen alle Überschriften im Inhaltsverzeichnis mit den Überschriften im Text überein? Stimmen alle Seitenzahlen? Sind alle im Text zitierten Quellen im Literaturverzeichnis aufgeführt, und sind alle Quellen im Literaturverzeichnis tatsächlich im Text zitiert? Ist die Eigenständigkeitserklärung vorhanden, aktuell datiert und handschriftlich unterzeichnet? Sind alle Pflichtangaben auf dem Deckblatt vorhanden?

Diese Kontrolle sollte als eigenständiger Schritt mindestens zwei Tage vor der Abgabe stattfinden, damit noch Zeit für Korrekturen bleibt. Wer die Abschlusskontrolle am Abgabetag durchführt, hat keine Zeit mehr für Korrekturen, falls Fehler entdeckt werden.

Unterstützung beim Aufbau

efactory1.de bietet professionelles Lektorat für die gesamte Bachelorarbeit, das neben der sprachlichen Qualität auch die formale Vollständigkeit und die korrekte Gestaltung aller Bestandteile prüft. Musterarbeiten zeigen, wie eine vollständig korrekt aufgebaute Bachelorarbeit im eigenen Fach aussieht: Deckblatt, Verzeichnisse, Textteil, Literaturverzeichnis und Eigenständigkeitserklärung in der richtigen Reihenfolge und im richtigen Format. Als Bery Ventures GmbH mit Sitz in Köln, Pilgrimstraße 6, bietet efactory1.de ein persönlich erreichbares Büro, Teilzahlungsmodell und Geld-zurück-Garantie. Eine unverbindliche Anfrage ist kostenlos. Jetzt anfragen.

Häufig gestellte Fragen

Wie ist eine Bachelorarbeit aufgebaut?

Deckblatt, optional Sperrvermerk, optional Abstract, Inhaltsverzeichnis, optionale Verzeichnisse, Textteil (Einleitung, Hauptteil, Fazit), Literaturverzeichnis, optionaler Anhang, Eigenständigkeitserklärung. Die genaue Reihenfolge und die Pflichtbestandteile stehen in der Prüfungsordnung des eigenen Studiengangs.

Was gehört auf das Deckblatt?

Name der Hochschule und des Studiengangs, Titel der Arbeit, Art der Arbeit, Name und Matrikelnummer des Studierenden, Name der Gutachter, Abgabedatum und Studienort. Die genauen Pflichtangaben stehen in der Prüfungsordnung oder hochschulspezifischen Vorlagen.

Wo steht die Eigenständigkeitserklärung?

Am Ende der Arbeit, nach dem Anhang. Manche Hochschulen verlangen sie als letzte Seite, andere als separate Seite nach dem Literaturverzeichnis. Die verbindliche Regelung steht in der Prüfungsordnung.

Wird die Seitenzahl auf dem Deckblatt gezählt?

Das Deckblatt ist in der Regel nicht paginiert. Die Vordermasse, also Inhaltsverzeichnis und Verzeichnisse, wird häufig mit römischen Ziffern paginiert. Der Textteil beginnt mit arabischer 1. Die genaue Regelung hängt von der Hochschule ab.

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