Die Wirtschaftsinformatik sitzt 2026 an der heißesten Schnittstelle überhaupt: Unternehmen müssen generative KI produktiv machen, parallel laufen Pflichtprojekte wie E-Rechnung, NIS-2 und die S/4HANA-Migration — und überall fehlt es weniger an Technologie als an Einführungs-, Governance- und Prozesswissen. Genau dort liegen die besten Bachelor-Themen: an der Frage, wie Organisationen Technik tatsächlich zum Laufen bringen. 26 konkrete Arbeitstitel, sortiert nach Feldern, plus das WI-typische Methodenrezept.
Was die Wirtschaftsinformatik 2026 bewegt — die Trendlage
- Vom KI-Piloten zur Produktion: Die Pilotphase ist vorbei — jetzt geht es um Use-Case-Priorisierung, Wirtschaftlichkeitsnachweis, Governance (auch wegen des EU AI Act) und das Problem der Schatten-KI.
- ERP-Endspiel: Das nahende Wartungsende von SAP ECC zwingt den Mittelstand in die S/4HANA- bzw. Cloud-ERP-Migration — eines der größten IT-Projektthemen des Jahrzehnts.
- Regulatorik als IT-Projekt: E-Rechnungspflicht (Empfang seit 2025, Versand stufenweise bis 2028), NIS-2 und CSRD-Berichtssoftware erzeugen Pflicht-Digitalisierung.
- Process Mining + KI: Prozessanalyse wird vom Audit-Werkzeug zum Steuerungsinstrument — inklusive automatisierter Abweichungserkennung.
- Von RPA zu Agenten: Klassische Bots werden durch LLM-gestützte, agentische Automatisierung ergänzt — mit neuen Kontrollfragen.
26 Bachelorarbeit-Themen Wirtschaftsinformatik 2026
Block 1: Generative KI im Unternehmen
- Use-Case-Priorisierung für generative KI: Entwicklung eines Bewertungsframeworks und Anwendung in einem mittelständischen Unternehmen
- RAG-Systeme für das Wissensmanagement: Konzeption und prototypische Einführung eines internen KI-Assistenten — eine Design-Science-Arbeit
- Schatten-KI in Unternehmen: Verbreitung, Risiken und Governance-Ansätze für die ungesteuerte Nutzung von KI-Tools durch Mitarbeitende
- Wirtschaftlichkeit von KI-Coding-Assistenten: Ein Kennzahlenmodell zur Bewertung des Produktivitätseffekts in der Softwareentwicklung
- KI-Governance nach dem EU AI Act: Ableitung eines Compliance-Prozessmodells für mittelständische KI-Anwender
- Akzeptanz von KI-Assistenten am Arbeitsplatz: Eine UTAUT-basierte Befragung in einem Dienstleistungsunternehmen
Block 2: ERP & Unternehmenssoftware
- S/4HANA-Migration im Mittelstand: Brownfield, Greenfield oder Bluefield? Entscheidungskriterien und Fallstudie
- Clean Core als Architekturprinzip: Umgang mit Eigenentwicklungen bei der Cloud-ERP-Transformation
- ERP-Auswahl jenseits von SAP: Ein Kriterienkatalog für die Systemauswahl im kleinen Mittelstand mit Anwendungsfall
- Stammdatenqualität als Migrationsrisiko: Entwicklung eines Data-Cleansing-Vorgehens für ein ERP-Projekt
- Die E-Rechnungspflicht als Digitalisierungstreiber: Umsetzungsstand und Prozessanpassungen im Rechnungswesen kleiner Unternehmen
Block 3: Prozesse & Automatisierung
- Process Mining im Purchase-to-Pay-Prozess: Identifikation von Ineffizienzen anhand realer Event-Logs — eine Fallstudie
- Von RPA zu agentischer Automatisierung: Ein Vergleich der Eignung für strukturierte vs. unstrukturierte Geschäftsprozesse
- KI-gestützte Abweichungserkennung im Process Mining: Mehrwert gegenüber regelbasiertem Conformance Checking
- Low-Code-Plattformen und Citizen Development: Chancen und Governance-Risiken fachbereichsgetriebener App-Entwicklung
- Prozessdigitalisierung im Onboarding: Ist-Analyse und Soll-Konzeption eines digitalen Mitarbeiter-Onboardings — eine gestaltungsorientierte Arbeit
Block 4: IT-Sicherheit, Compliance & Daten
- NIS-2-Umsetzung im Mittelstand: Gap-Analyse und Maßnahmenpriorisierung für ein betroffenes Unternehmen
- Phishing-Resilienz messen: Konzeption und Auswertung einer Awareness-Kampagne mit simulierten Angriffen
- CSRD-Berichtspflicht als Datenproblem: Anforderungen an die IT-Architektur für die Nachhaltigkeitsberichterstattung
- Data Mesh vs. zentrales Data Warehouse: Eignungsbewertung dezentraler Datenarchitekturen für den Mittelstand
- Self-Service-BI im Fachbereich: Erfolgsfaktoren und Datenqualitätsrisiken am Beispiel einer Power-BI-Einführung
Block 5: Digitale Geschäftsmodelle & Schnittstellenthemen
- KI-Chatbots im Kundenservice: Wirtschaftlichkeitsanalyse anhand von Fallabschlussquoten und Kundenzufriedenheit — eine Fallstudie
- Digitale Zwillinge in der Instandhaltung: Nutzenpotenziale und Einführungshürden im produzierenden Mittelstand
- Plattformgeschäftsmodelle im B2B: Erfolgsfaktoren digitaler Marktplätze am Beispiel einer Branchenplattform
- IT-Nachhaltigkeit messbar machen: Kennzahlen für Green IT und ihre Verankerung im IT-Controlling
- Conversational Commerce: Akzeptanz von Kaufabschlüssen über Messenger und KI-Assistenten — eine experimentelle Untersuchung
Vom Thema zur Forschungsfrage: das WI-Rezept
Die Wirtschaftsinformatik hat zwei dominante Forschungsdesigns — und du solltest dich früh für eines entscheiden: (1) Gestaltungsorientiert (Design Science): Du entwickelst ein Artefakt (Framework, Prozessmodell, Prototyp) und evaluierst es (Expertenfeedback, Demonstrator, Kriterien) — Themen 1, 2, 10, 16. (2) Verhaltensorientiert (empirisch): Du untersuchst Nutzung und Akzeptanz mit etablierten Modellen wie TAM oder UTAUT per Befragung — Themen 6, 26. Dazu kommt die Fallstudie als Brücke, ideal mit Praxispartner aus Werkstudentenjob oder Praxissemester (Themen 7, 12, 22). Beispiel-Zuschnitt: Aus Thema 3 wird „Wie verbreitet ist die ungesteuerte Nutzung generativer KI-Tools im Unternehmen X, und welche Governance-Maßnahmen leiten sich daraus ab? — Mitarbeiterbefragung (n≈80) plus Ableitung eines Maßnahmenkatalogs.“ Das kombiniert Empirie und Gestaltung — der WI-Klassiker.
Unterstützung bei Themenfindung und Umsetzung
Wir unterstützen bei Themenfindung, Exposé, Framework-Entwicklung und Auswertung — und auf Wunsch bei der kompletten Bachelorarbeit als Mustervorlage, geschrieben von Wirtschaftsinformatiker:innen mit mindestens Masterabschluss. → Unverbindlich anfragen
Häufige Fragen
Brauche ich ein Praxisunternehmen?
Für Fallstudien ja — Werkstudentenstelle oder Praxissemester sind der übliche Zugang. Ohne Partner funktionieren gestaltungsorientierte Arbeiten mit Experteninterviews und verhaltensorientierte Studien mit offenen Stichproben genauso gut.
Muss ich programmieren?
Nein — die WI akzeptiert Frameworks, Prozessmodelle und empirische Studien gleichwertig zu Prototypen. Ein kleiner Demonstrator wertet gestaltungsorientierte Arbeiten aber oft auf.
Was kostet Unterstützung bei der Bachelorarbeit?
Mustervorlagen ab 59 €/Seite, Teilleistungen entsprechend günstiger: Bachelorarbeit-Kosten im Überblick.


