Der Fall zeigt, wie schnell der Einsatz generativer Modelle beim Schreiben wissenschaftlicher Arbeiten, von der Themenfindung über die Ideengenerierung bis zur Textproduktion, sowohl Chancen als auch Risiken birgt.
Vom Entwurf zur Abgabe
Die Verwendung solcher KI-basierten Tools kann Ressourcen und Mühe sparen, birgt jedoch auch Risiken hinsichtlich der akademischen Integrität. Die Arbeit wurde seitenweise erstellt und abgegeben, wobei die KI bei der Strukturierung und beim Verfassen einzelner Teile der Abschlussarbeit half. Jonas strukturierte die gelieferten Passagen, ergänzte einige eigene Absätze und gab die Arbeit wenige Tage vor Fristende ab.
Seine Prüfungsleistung erhielt zunächst eine vorläufige Annahme. Nach routinemäßiger Kontrolle leitete das Prüfungsamt jedoch ein vertiefendes Prüfverfahren ein. Mit einem professionellen Ghostwriter wäre dies nicht passiert, da Ghostwriter eigenständig mit einem eigenen Schreibstil akademische Arbeiten für Studierende schreiben und Textabschnitte nicht aus der KI übernehmen.
PlagAware schlägt Alarm
Bei der Analyse seiner Bachelorarbeit zeigte PlagAware zwei auffällige Befunde. 1) Erstens ergab die Plagiatsprüfung mehrfach 1:1-Übereinstimmungen mit unveröffentlichten Quellen aus Datenbanken sowie mit Textpassagen bekannter Fachbücher. 2) Zweitens meldete das KI-Erkennungstool eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit für maschinelle Erstellung in mehreren Kapiteln.
Durch die gezielte Analyse verschiedener Textabschnitte konnten die Prüfer einen besseren Überblick über die Integrität der einzelnen Teile der Arbeit gewinnen. Parallel dazu fiel den Prüferinnen und Prüfern auf, dass die Quellenangaben teilweise nicht existent waren oder auf Publikationen verwiesen, die sich bei näherer Überprüfung als erfunden herausstellten. Ein Beispiel: In Kapitel drei war eine zentrale Theorie mit einem konkret angegebenen Artikel aus einer Fachzeitschrift belegt. Die angegebene Zeitschrift existierte zwar, die zitierte Ausgabe und der Artikel jedoch nicht. In weiteren Fußnoten fanden sich falsche DOI-Nummern und falsch geschriebene Autorennamen.
Dieses Problem beobachten wir oft bei KI-generierten Hausarbeiten oder KI-generierten Bachelorarbeiten. Eine KI-Arbeit erkennt man meistens direkt an den falschen Quellenangaben und anschließend an sprachlichen Mustern im Fließtext. Ein Ghostwriter kann im Gegensatz zur KI eine vollständig selbstgeschriebene Arbeit bereitstellen. Mit persönlichem Schreibtstil und vollständiger Methodik.
Anhörung und Exmatrikulation
Seine Angaben zur Entstehung einiger Passagen schwankten. Das Prüfungsgremium bewertete dies als Täuschungsversuch. Die Prüfungsordnung der Hochschule verlangt, dass Studierende ihre Abschlussarbeiten, insbesondere Bachelorarbeiten, eigenständig verfassen und schreiben und dabei die tatsächlichen Quellen verlässlich angeben. Als Sanktion folgte die Exmatrikulation wegen schwerer Täuschung in einer Prüfungsleistung. Jonas kündigte an, gegen die Entscheidung rechtlich vorzugehen. Sein Anwalt hat angekündigt, die methodische Unsicherheit bei der KI-Erkennung sowie die Frage der Verhältnismäßigkeit der Sanktion prüfen zu lassen.
Technische und methodische Probleme
Die Identifikation erfolgt meist durch die Verwendung spezieller Tools, die auf ki basierte Analyseverfahren zurückgreifen. Machine-Learning-Modelle arbeiten mit Wahrscheinlichkeiten. Auffällige Muster können Hinweise liefern, müssen aber durch inhaltliche Prüfung ergänzt werden.
Der Einsatz von KI-Tools kann zwar Ressourcen und Mühe bei der Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten sparen, bringt jedoch neue Herausforderungen für die Überprüfung solcher Abschlussarbeiten mit sich. In diesem Fall führte die Kombination aus 1:1-Übernahmen, der Unfähigkeit des Studierenden, Inhalte zu erklären, und den gefälschten Quellen zu einer starken Indizienlage.
Der besonders problematische Punkt sind die gefälschten Quellen.
Generative Modelle neigen dazu, kohärente, aber nicht unbedingt korrekte Referenzen zu produzieren. Diese sogenannte Halluzination ist in der wissenschaftlichen Praxis existenziell gefährlich. Eine Arbeit mit frei erfundenen Belegen verletzt grundlegende Zitierpflichten und beschädigt die Nachprüfbarkeit wissenschaftlicher Aussagen.
Hochschule und Öffentlichkeit reagieren
Unterschied zwischen Nutzung, Hilfestellung und Täuschung
Die Nutzung von Tools zur Formulierungshilfe, zur Formatierung oder zur Literaturrecherche kann mit Klarstellung und entsprechender Kennzeichnung vertretbar sein. Gerade im Kontext der Bachelorarbeit ist eine verantwortungsvolle Verwendung und die vielfältigen Möglichkeiten der KI-Unterstützung entscheidend – etwa bei der Themenfindung, Strukturierung oder beim wissenschaftlichen Schreiben.
Der Einsatz von KI zur Generierung ganzer inhaltlicher Abschnitte ohne Nachweis eigener Leistung überschreitet die Grenze zur Täuschung. Noch eindeutiger ist der Fall, wenn Quellen erfunden oder ohne Angabe übernommen werden. Professor Dr. Miriam Kohler, Expertin für Wissenschaftsethik, fasst zusammen: „Es muss klar geregelt werden, welche Funktion KI-Tools haben dürfen. Automatische Textgeneratoren ersetzen keine akademische Auseinandersetzung. Wer sie als inhaltlichen Ersatz nutzt, handelt fahrlässig.“
Konsequenzen für Lehre und Prüfungswesen
1. Transparente Richtlinien zur Nutzung generativer KI in Lehrveranstaltungen und Prüfungen.
2. Pflichtschulungen für Studierende zu Zitiertechnik, Quellenprüfung und Risiken von KI.
3. Anpassung der Prüfungsformate, etwa verstärkte mündliche Prüfungen oder reflektierende Begleitbögen, in denen Studierende ihre Arbeitsweise offenlegen.
4. Investitionen in zuverlässige Nachweismethoden und in die Ausbildung von Prüfenden zur Interpretation von KI-Erkennungsberichten.
Ghostwriter als bessere Alternative
Ghostwriter strukturieren die Arbeit seitenweise, sorgen für eine klare Gliederung und gewährleisten eine professionelle Form der Abschlussarbeit. Sie legen besonderen Wert auf die korrekte Verwendung von Zitaten und achten darauf, Plagiate konsequent zu vermeiden.
Bei efactory1 wird zusätzlich jede Arbeit vor der Übergabe mit PlagAware überprüft – nicht, um Studierende zu bestrafen, sondern um sicherzustellen, dass die gelieferten Texte tatsächlich eigenständig, nachvollziehbar und wissenschaftlich sauber sind. Dadurch wird die Qualität systematisch kontrolliert, bevor die Arbeit überhaupt in die Hände der Kund:innen gelangt.
Natürlich ist die Beauftragung eines Ghostwriters teurer als der Einsatz einer KI, doch sie bietet dafür etwas, das kein Algorithmus garantieren kann: echte Verantwortung, menschliches Urteilsvermögen und wissenschaftliche Gewissenhaftigkeit.
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