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Thesis schreiben: Eine Abschlussarbeit auf Englisch verfassen

Wer an einer deutschen Hochschule studiert und eine Thesis auf Englisch schreiben muss, steht vor einer doppelten Herausforderung: der inhaltlichen Leistung einer wissenschaftlichen Abschlussarbeit und dem sprachlichen Anspruch des akademischen Englisch. Beides zusammen ist anspruchsvoller als eine deutschsprachige Bachelorarbeit, und zwar nicht nur für internationale Studierende, für die Englisch eine Fremdsprache ist, sondern auch für Muttersprachler des Deutschen, die akademisches Englisch zwar lesen, aber selten in dem Umfang produziert haben, der für eine vollständige wissenschaftliche Arbeit notwendig ist.

Hinzu kommt, dass akademisches Englisch eigene stilistische und strukturelle Konventionen hat, die sich von denjenigen des akademischen Deutschen unterscheiden. Wer eine Thesis als direkte Übersetzung einer deutschen Bachelorarbeit behandelt, erzeugt einen Text, der sprachlich korrekt sein kann, aber stilistisch unangemessen wirkt. Wer dagegen die spezifischen Konventionen der englischsprachigen akademischen Tradition kennt, schreibt eine Thesis, die in ihrem Genre überzeugend ist.

Dieser Ratgeber beschreibt, was eine englischsprachige Thesis von einer deutschsprachigen Bachelorarbeit unterscheidet, welche stilistischen und strukturellen Konventionen im akademischen Englisch gelten, welche Zitierstile in welchen Fächern erwartet werden und welche typischen Fehler vermieden werden sollten.

Thesis und Bachelorarbeit: Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Der Begriff Thesis wird im deutschen Hochschulkontext in verschiedenen Bedeutungen verwendet. Im engeren Sinne bezeichnet er die englischsprachige Version einer Bachelorarbeit, also eine Bachelor Thesis in einem englischsprachigen Studiengang oder eine Bachelorarbeit, die auf Englisch verfasst wird. Im weiteren Sinne kann er auch die Masterarbeit oder sogar die Dissertation bezeichnen, je nach Kontext und Hochschule. In diesem Ratgeber bezieht sich der Begriff auf die Abschlussarbeit auf Bachelorebene in englischsprachigen Programmen an deutschen oder europäischen Hochschulen.

Thesis und Bachelorarbeit sind in ihrer grundlegenden Funktion identisch: Beide verlangen die eigenständige Entwicklung einer Forschungsfrage, deren methodisch fundierte Bearbeitung und die kohärente schriftliche Darstellung der Ergebnisse. Beide schließen das Bachelorstudium ab und dokumentieren die erste eigenständige wissenschaftliche Leistung. Die Unterschiede liegen in der Sprache, den stilistischen Konventionen, den Zitierstilen und bestimmten strukturellen Elementen wie dem Abstract, das in englischsprachigen Theses obligatorisch ist.

Ein wichtiger pragmatischer Unterschied betrifft die verfügbare Literatur. Wer eine Thesis auf Englisch schreibt, hat in der Regel Zugang zu einem erheblich breiteren und internationaleren Forschungsstand, weil englischsprachige Fachzeitschriften und Bücher den wissenschaftlichen Diskurs in den meisten Fächern dominieren. Gleichzeitig ist der relevante deutschsprachige Forschungsstand häufig schwerer zu integrieren, weil englischsprachige Leserinnen und Leser ihn möglicherweise nicht kennen, was eine sorgfältigere Einbettung erfordert.

Englischsprachige Studienprogramme an deutschen Hochschulen

Die Zahl englischsprachiger Studienprogramme an deutschen Hochschulen ist in den letzten zwanzig Jahren erheblich gewachsen. Heute bieten die meisten deutschen Universitäten und Fachhochschulen zumindest einige englischsprachige Masterstudiengänge an, und englischsprachige Bachelorstudiengänge sind besonders in Wirtschafts-, Ingenieur- und Naturwissenschaften verbreitet. Hinzu kommen internationale Austauschstudierende, die ihre Abschlussarbeit an einer deutschen Hochschule auf Englisch schreiben, sowie deutsche Studierende, die eine englischsprachige Bachelorarbeit als Option wählen oder durch die Anforderungen ihres Studiengangs dazu verpflichtet sind.

All diese Gruppen haben gemeinsam, dass sie eine Thesis schreiben müssen, die den Anforderungen des englischsprachigen akademischen Schreibens entspricht, und dass sie dabei in einem institutionellen Kontext agieren, der in wesentlichen Teilen deutsch geprägt ist. Die Prüfungsordnung ist häufig auf Deutsch verfasst, der Betreuer kommt möglicherweise aus dem deutschsprachigen akademischen Umfeld, und die allgemeinen Erwartungen an wissenschaftliche Abschlussarbeiten sind durch die deutsche Hochschultradition geprägt. Diese Mischung aus deutschen institutionellen Anforderungen und englischen sprachlichen Konventionen erfordert besondere Aufmerksamkeit.

Struktur einer englischsprachigen Thesis

Die Grundstruktur einer englischsprachigen Thesis ähnelt der einer deutschen Bachelorarbeit, hat aber einige spezifische Elemente, die in deutschen Arbeiten nicht immer vorhanden sind. Das Abstract ist in englischsprachigen Theses obligatorisch und steht vor dem Inhaltsverzeichnis. Es fasst in der Regel in einhundert bis zweihundert fünfzig Wörtern Forschungsfrage, Methode, Ergebnisse und Schlussfolgerungen zusammen. Das Abstract ist kein Teaser, der Neugier wecken soll, sondern eine präzise Kurzfassung des gesamten Inhalts.

Die Introduction entspricht der deutschen Einleitung, folgt aber häufig einer noch stärker standardisierten Struktur: Themenhinführung, Darlegung der Forschungslücke, Formulierung der Forschungsfrage, methodischer Überblick und Beschreibung des Aufbaus. In vielen englischsprachigen akademischen Kontexten wird erwartet, dass die Introduction mit einem Satz endet, der explizit den Aufbau der gesamten Arbeit ankündigt: „The thesis is structured as follows: Chapter 2 reviews the relevant literature, Chapter 3 outlines the methodology, Chapter 4 presents the findings, and Chapter 5 discusses them in light of the theoretical framework.“

Der Literature Review ist in englischsprachigen Theses häufig ein eigenständiges Kapitel und nicht in den Theorieteil integriert. Er systematisiert und bewertet den bestehenden Forschungsstand kritisch, identifiziert Lücken und widersprüchliche Befunde und leitet daraus die eigene Forschungsfrage ab. Im Gegensatz zu einem deutschen Theorieteil, der häufig eher deskriptiv vorgeht, ist ein guter Literature Review explizit evaluativ: Er urteilt über die Stärken und Schwächen der vorhandenen Forschung.

Was akademisches Englisch auszeichnet

Akademisches Englisch hat eigene stilistische Konventionen, die sich von allgemeinsprachlichem Englisch und von akademischem Deutsch unterscheiden. Wer diese Konventionen kennt, kann eine Thesis schreiben, die im englischsprachigen akademischen Kontext als kompetent und professionell wahrgenommen wird.

Akademisches Englisch bevorzugt im Vergleich zum akademischen Deutsch häufig klarere, direktere Sätze. Der Nominalstil, der im deutschen akademischen Schreiben verbreitet ist, wird im Englischen weniger hochgeschätzt. Wo auf Deutsch „die Durchführung einer Analyse der Daten erfolgte“, schreibt man auf Englisch bevorzugt „the data were analysed“. Diese Präferenz für verbale Konstruktionen macht englische akademische Texte in der Regel lesbarer als ihre deutschen Entsprechungen, erfordert aber eine bewusste stilistische Entscheidung von Schreibenden, die aus dem deutschen akademischen Umfeld kommen.

Hedging, also das sprachliche Abschwächen und Einschränken von Aussagen, ist im akademischen Englisch sehr ausgeprägt und explizit. Ausdrücke wie „it appears that“, „the evidence suggests“, „it could be argued that“, „to some extent“ und „arguably“ sind typische Hedging-Mittel, die zeigen, dass der Schreibende die Grenzen seiner Schlussfolgerungen kennt. Ein akademischer Text auf Englisch, der ohne Hedging formuliert ist, wirkt häufig überheblich oder wissenschaftlich naiv.

Signposting: Den Lesenden durch den Text führen

Signposting bezeichnet die Praxis, dem Lesenden explizit zu sagen, was gerade passiert und was als nächstes kommt. Im akademischen Englisch ist Signposting erheblich ausgeprägter als im akademischen Deutschen, weil die englischsprachige Schreibtradition Klarheit und Lesbarkeit besonders hoch bewertet.

Typische Signposting-Phrasen sind „This chapter argues that…“, „Having established X, this section now turns to Y“, „As demonstrated in the previous section, …“, „The following analysis will show that…“, „To summarise the argument so far, …“. Diese Formulierungen klingen für Deutschlernende manchmal übertrieben explizit, sind aber im englischen akademischen Kontext erwartet und geschätzt. Sie helfen dem Lesenden, die Struktur des Arguments zu erkennen, ohne in der Struktur des Textes suchen zu müssen.

Besonders wichtig ist das Signposting an Kapitelübergängen. Am Ende jedes Kapitels fasst man in einem kurzen Absatz zusammen, was das Kapitel gezeigt hat und was als nächstes folgt. Am Anfang jedes Kapitels erklärt man, was das Kapitel leisten wird. Diese doppelte Ankündigung mag repetitiv erscheinen, ist aber in langen akademischen Texten unverzichtbar, um den Lesenden durch ein komplexes Argument zu führen.

Nominalstil und Verbstil im akademischen Englisch

Die Debatte zwischen Nominalstil und Verbstil ist im akademischen Englisch ähnlich wie im Deutschen vorhanden, wird aber anders entschieden. Während im deutschen akademischen Schreiben der Nominalstil als Zeichen wissenschaftlicher Präzision gilt, bevorzugt das akademische Englisch in der Regel verbale Konstruktionen, weil sie klarer und direkter sind.

Konkret bedeutet das: Statt „The implementation of the analysis was conducted“ schreibt man auf Englisch besser „The analysis was implemented“ oder noch direkter „We implemented the analysis“. Statt „The consideration of the results leads to the conclusion that“ schreibt man „Considering the results, we conclude that“. Diese verbalen Konstruktionen sind kürzer, klarer und im akademischen Englisch stilistisch angemessener.

Nominalstrukturen sind im akademischen Englisch nicht verboten und werden in bestimmten Kontexten verwendet, etwa wenn eine Handlung als Substantiv benötigt wird, um sie als Subjekt oder Objekt einzusetzen: „The analysis revealed…“ ist eine Nominalkonstruktion, die aber vollkommen akzeptabel ist, weil sie klar und direkt ist. Was vermieden werden sollte, sind lange Ketten von Nominalkonstruktionen, die den Satz schwer lesbar machen.

Das richtige akademische Register finden

Register bezeichnet das stilistische Niveau und die Formalität einer Sprache. Akademisches Englisch hat ein spezifisches Register, das zwischen dem Extremen der Alltagssprache und einer gestelzten, aufgeblähten Pseudo-Akademizität liegt. Das richtige Register zu finden, ist eine der häufigsten Herausforderungen für Schreibende, die akademisches Englisch nicht als erste Sprache produzieren.

Im akademischen Englisch sind Kontraktionen wie „can’t“, „it’s“ oder „don’t“ in der Regel nicht angemessen. Umgangssprachliche Ausdrücke wie „a lot of“, „really“, „very“ oder „things“ sollten durch präzisere Formulierungen ersetzt werden. Zu formell und gestelzt wirkende Konstruktionen wie „it is to be noted that“ oder „one must consider“ können in den meisten Kontexten durch direktere Formulierungen ersetzt werden. Das angemessene Register ist sachlich, präzise und klar, ohne künstlich zu klingen.

Ein guter Test für das eigene Register ist das Lesen des eigenen Textes in Vergleich mit englischsprachigen Fachartikeln in der einschlägigen Disziplin. Wie klingt der eigene Text im Verhältnis zu dem, was in peer-reviewten Zeitschriften publiziert wird? Wo klingt er zu umgangssprachlich, wo zu gestelzt? Diese vergleichende Lektüre ist die wirksamste Methode, das eigene Register zu kalibrieren.

Zitierstile in englischsprachigen Theses

Die Zitierstile in englischsprachigen Theses folgen internationalen Standards, die sich fachspezifisch unterscheiden. Im Gegensatz zum deutschen akademischen Schreiben, das häufig eine hochschul- oder lehrstuhlspezifische Zitierweise verwendet, sind die englischsprachigen Zitierstile international standardisiert und werden durch Stilhandbücher definiert, die regelmäßig aktualisiert werden.

APA, also das Style Manual der American Psychological Association, ist in seiner aktuellen siebten Auflage der Standard in Psychologie, Erziehungswissenschaft, Sozialwissenschaften und angrenzenden Feldern. Es verwendet ein Autor-Jahr-System im Text und ein vollständiges Literaturverzeichnis am Ende. APA hat sehr präzise Regeln für alle Quellentypen, einschließlich Webseiten, Datensätze und audiovisuelle Medien, und diese Regeln haben sich in der siebten Auflage gegenüber der sechsten in mehreren Details verändert.

Harvard ist kein einheitlich standardisiertes System, sondern eine Familie von Autor-Jahr-Systemen, die in Wirtschaftswissenschaften, Management und angrenzenden Feldern verbreitet ist. Da Harvard nicht durch ein einziges Stilhandbuch definiert wird, variieren die genauen Formatierungsregeln zwischen Hochschulen und Verlagen erheblich. Wer Harvard verwendet, muss die spezifische Variante kennen, die von der eigenen Hochschule oder dem eigenen Betreuer erwartet wird.

APA im Detail: Der Standard in Psychologie und Sozialwissenschaften

APA ist eines der präzisesten und am strengsten geregelten Zitiersysteme. Wer APA korrekt anwendet, muss nicht nur wissen, wie eine Quellenangabe im Text aussieht, sondern auch, wie das Literaturverzeichnis für jeden Quellentyp formatiert wird, wie statistische Ergebnisse berichtet werden und welche Abkürzungen verwendet werden dürfen.

Im Text verwendet APA das Autor-Jahr-Format: „Smith (2023) argues that…“ oder „…as has been shown previously (Smith, 2023, p. 45).“ Bei zwei Autoren werden beide genannt: „Smith and Jones (2023)“. Bei drei oder mehr Autoren wird ab der ersten Erwähnung „et al.“ verwendet: „Smith et al. (2023)“. Diese Regeln sind in der siebten Auflage gegenüber früheren Versionen vereinfacht worden.

Das Literaturverzeichnis am Ende enthält alle zitierten Quellen in alphabetischer Reihenfolge nach dem Nachnamen des ersten Autors. Die Formatierung unterscheidet sich je nach Quellentyp: Zeitschriftenartikel, Bücher, Buchkapitel, Webseiten und Datensätze haben jeweils eigene Formatierungsregeln. Ein häufiger Fehler ist das Anwenden der Formatierungsregeln eines Quellentyps auf einen anderen. Literaturverwaltungsprogramme wie Zotero oder Mendeley können die APA-Formatierung automatisch generieren, sofern alle Quelleninformationen korrekt eingegeben wurden.

Harvard und Chicago: Alternativen nach Fach

Chicago existiert in zwei Varianten, die für sehr verschiedene Zwecke entwickelt wurden. Das Notes-Bibliography-System verwendet Fußnoten für Quellenverweise und ein vollständiges Literaturverzeichnis am Ende. Es ist in den Geisteswissenschaften verbreitet, besonders in Geschichte, Kunst- und Musikwissenschaft. Das Author-Date-System ähnelt APA und Harvard und wird in Sozial- und Naturwissenschaften verwendet.

MLA, das System der Modern Language Association, ist in Literatur- und Kulturwissenschaften verbreitet, besonders im amerikanischen Hochschulkontext. Es verwendet kurze Quellenverweise im Text in eckigen Klammern und ein vollständiges „Works Cited“ am Ende. Die neunte Auflage des MLA-Handbuchs hat die Formatierungsregeln erheblich vereinfacht und auf ein container-basiertes System umgestellt, das flexibler mit verschiedenen Quellentypen umgeht.

IEEE, das System des Institute of Electrical and Electronics Engineers, ist in Ingenieur- und Informatikwissenschaften verbreitet. Es verwendet nummerierte Kurzverweise im Text, die auf ein nummeriertes Literaturverzeichnis am Ende verweisen. IEEE hat sehr spezifische Regeln für die Formatierung technischer Berichte, Konferenzbeiträge und Software-Dokumentation, die in anderen Fächern unbekannte Quellentypen sind.

Das Abstract: Ein eigenes Format

Das Abstract einer englischsprachigen Thesis ist ein eigenständiges Format mit spezifischen Anforderungen, die von dem abweichen, was manche Studierende als Zusammenfassung oder Kurzzusammenfassung kennen. Es ist keine Einleitung, kein Überblick und kein Teaser, sondern eine eigenständige, in sich vollständige Kurzversion der gesamten Arbeit.

Ein gutes Abstract enthält in etwa gleichen Anteilen: den Hintergrund und die Motivation der Studie, also warum das Thema relevant ist und welche Lücke die Arbeit schließt; die Forschungsfrage oder das Forschungsziel; die verwendete Methode und das Forschungsdesign; die wichtigsten Ergebnisse; und die Schlussfolgerungen und Implikationen. Diese fünf Elemente werden in einem Fließtext von einhundert bis zweihundert fünfzig Wörtern zusammengefasst, ohne Listen, Abkürzungen ohne Erklärung oder Verweise auf andere Stellen im Text.

Das Abstract wird zuletzt geschrieben, ebenso wie die Einleitung und das Fazit. Es ist das letzte Dokument, das entsteht, weil es nur dann präzise und vollständig sein kann, wenn die gesamte Arbeit vorliegt. Wer das Abstract vorab schreibt, schreibt eine Beschreibung einer geplanten Arbeit, nicht einer abgeschlossenen, und muss es am Ende fast immer vollständig neu formulieren.

Typische Fehler beim Schreiben auf Englisch

Der häufigste Fehler beim Schreiben einer Thesis auf Englisch als Nicht-Muttersprachler ist die direkte Übersetzung von Strukturen aus dem Deutschen. Deutsche Satzkonstruktionen, die direkt ins Englische übertragen werden, klingen häufig unidiomatisch, auch wenn sie grammatikalisch korrekt sind. Typische Beispiele sind eingeschobene Nebensätze, die im Deutschen gängig sind, im Englischen aber den Lesefluss unterbrechen, oder Nominalkonstruktionen, die im Deutschen akademisch klingen, im Englischen aber schwerfällig wirken.

Ein weiterer häufiger Fehler ist die Inkonsistenz zwischen britischem und amerikanischem Englisch. Wer im selben Text „realise“ und „recognize“ schreibt, „colour“ und „color“ mischt oder zwischen „while“ und „whilst“ wechselt, produziert einen stilistisch inkonsistenten Text, der zeigt, dass kein konsequentes Sprachmodell gewählt wurde. Von Beginn an sollte entschieden werden, ob britisches oder amerikanisches Englisch verwendet wird, und diese Entscheidung konsequent durch den gesamten Text eingehalten werden.

Fehlende Artikel sind ein Fehler, der besonders häufig bei Deutsch-Muttersprachlern vorkommt, weil das Deutsche Artikel anders verwendet als das Englische. Im Englischen brauchen Substantive im Singular fast immer einen bestimmten oder unbestimmten Artikel, während im Deutschen Substantive in bestimmten Positionen ohne Artikel stehen können. Die Regel „a/an for first mention, the for subsequent mentions“ ist eine Vereinfachung, aber sie hilft als Ausgangspunkt.

Britisches und amerikanisches Englisch: Konsistenz als Gebot

Die Entscheidung zwischen britischem und amerikanischem Englisch betrifft nicht nur Rechtschreibung, sondern auch bestimmte grammatikalische Konstruktionen, Vokabular und Interpunktion. Während die Unterschiede im alltäglichen Schreiben häufig vernachlässigt werden, sind sie in einer formellen akademischen Arbeit relevant, weil Inkonsistenz Unprofessionalität signalisiert.

Orthografische Unterschiede betreffen Wörter wie „organisation“ versus „organization“, „colour“ versus „color“, „centre“ versus „center“ oder „fulfil“ versus „fulfill“. Grammatikalische Unterschiede betreffen etwa die Verwendung des Present Perfect versus des Simple Past: Im britischen Englisch würde man sagen „I have just finished the analysis“, im amerikanischen Englisch ist „I just finished the analysis“ ebenfalls akzeptabel. Vokabularunterschiede betreffen Ausdrücke wie „data are“ versus „data is“, wobei die Verwendung als Plural im britischen akademischen Englisch stark bevorzugt wird.

Für deutsche Hochschulen gibt es häufig keine verbindliche Vorgabe, welche Variante des Englischen verwendet wird, solange die Wahl konsistent ist. Bei manchen Betreuern und in manchen Fächern gibt es Präferenzen; es lohnt sich, das zu Beginn zu klären.

Praktische Tipps für das Schreiben auf Englisch

Wer eine Thesis auf Englisch schreibt, sollte von Beginn an in englischsprachiger akademischer Literatur lesen, nicht nur um das Thema zu recherchieren, sondern auch um den eigenen Sprachstil zu kalibrieren. Die Fachzeitschriften des eigenen Gebiets sind die besten Modelle für den akademischen Stil des eigenen Feldes. Wer regelmäßig englischsprachige Fachtexte liest, internalisiert deren Formulierungsmuster und Registerkonventionen auf eine Weise, die keine explizite Stilübung ersetzen kann.

Ein konkreter Tipp für die Schreibphase ist das Schreiben auf Englisch ohne den Umweg über das Deutsche. Wer auf Deutsch denkt, auf Englisch schreibt und dabei die deutschen Satzstrukturen überträgt, produziert häufig unidiomatisches Englisch. Wer dagegen direkt auf Englisch denkt und formuliert, greift auf englische Strukturen zurück. Diese Fähigkeit entwickelt sich mit Übung, erfordert aber den bewussten Entschluss, beim Schreiben nicht in die Muttersprache zurückzufallen.

Nach dem Schreiben ist ein Lektorat durch eine Person mit Erfahrung im akademischen Englisch besonders wertvoll. Native Speaker mit akademischem Hintergrund erkennen unidiomatische Konstruktionen, falsche Registerentscheidungen und stilistische Inkonsistenzen, die für Nicht-Muttersprachler schwer zu identifizieren sind. Ein gutes englisches Lektorat verbessert nicht nur die Sprache, sondern stärkt auch die argumentative Klarheit des Textes.

Professionelle Unterstützung für die Thesis

efactory1.de bietet Unterstützung für englischsprachige Theses an deutschen Hochschulen durch Fachautoren mit akademischen Qualifikationen in den jeweiligen Disziplinen. Das Angebot umfasst englischsprachiges Lektorat durch Personen mit Erfahrung im akademischen Englisch, methodisches Coaching für die Konzeptionsphase, statistische Auswertungsunterstützung und Musterarbeiten als inhaltliche Orientierung.

Besonders für internationale Studierende, die eine Thesis auf Englisch an einer deutschen Hochschule schreiben, ist professionelles englischsprachiges Lektorat häufig die wirkungsvollste Form der Unterstützung. Es stellt sicher, dass die sprachliche Qualität dem inhaltlichen Niveau der Arbeit entspricht, und verhindert, dass sprachliche Schwächen eine inhaltlich starke Arbeit in der Beurteilung beeinträchtigen.

Als Bery Ventures GmbH mit Sitz in Köln, Pilgrimstraße 6, bietet efactory1.de ein persönlich erreichbares Büro, ein Teilzahlungsmodell ohne vollständige Vorauszahlung und eine Geld-zurück-Garantie bei Nichterfüllung der vereinbarten Leistung. Eine unverbindliche Anfrage ist jederzeit kostenlos möglich. Jetzt anfragen.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Thesis und Bachelorarbeit?

Thesis ist der englische Begriff für eine wissenschaftliche Abschlussarbeit. In ihrer grundlegenden Funktion sind beide identisch, unterscheiden sich aber in Sprachkonventionen, Zitierstilen und strukturellen Elementen wie dem obligatorischen Abstract. Im deutschen Hochschulkontext bezeichnet Thesis häufig die englischsprachige Version der Bachelorarbeit.

In welcher Sprache schreibt man eine Thesis?

Das regelt die Prüfungsordnung des Studiengangs. Englischsprachige Programme verlangen Englisch. Deutschsprachige Programme erlauben häufig Englisch nach Absprache mit dem Betreuer. Die verbindliche Information kommt aus der Prüfungsordnung oder dem ersten Betreuungsgespräch.

Welcher Zitierstil wird in englischsprachigen Theses verwendet?

Das hängt vom Fach ab: APA in Psychologie und Sozialwissenschaften, Harvard in Wirtschaftswissenschaften, Chicago/MLA in Geisteswissenschaften, IEEE in Ingenieur- und Informatikwissenschaften. Die verbindliche Vorgabe kommt vom Betreuer oder der Prüfungsordnung.

Was sind die häufigsten Fehler beim Schreiben einer Thesis auf Englisch?

Direkte Übersetzung deutscher Satzstrukturen ins Englische. Inkonsistente Verwendung von britischem und amerikanischem Englisch. Fehlendes Signposting. Falsche Artikel. Zu hoher Nominalstil. Und fehlerhafte Quellenangaben im gewählten Zitierstil.

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