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WirSchreiben Erfahrungen 2026: Schweizer Sitz, Bachelor-Autoren ab 35 € und buchbare Online-Klausuren — was Studierende wissen sollten

WirSchreiben (wirschreiben.com, mit Ablegern .at und .ch) wirbt mit Preisen ab 35 € pro Seite und über 400 akademischen Autor:innen — deutlich unter dem Marktdurchschnitt. Wir haben uns angesehen, was hinter dem Angebot steckt: Wer betreibt die Plattform, wie kommt der niedrige Preis zustande, und welche Leistungen werden dort eigentlich verkauft? Die Analyse basiert auf den öffentlich einsehbaren Angaben der Website selbst (Stand: Juni 2026).

Das Wichtigste in Kürze

Betreiber Akademische Unterstützung GmbH, Kantonsstrasse 34, 6207 Nottwil, Schweiz
Handelsregister Luzern, CHE-375.454.013
Preise ab 35 €/Seite (Hausarbeit) — dieser Einstiegspreis gilt laut Preisstaffel für Autor:innen mit Bachelorabschluss
Autoren-Staffel Bachelor-Autor:in ab 35 €, Master ab 65 €, Doktortitel ab 85 €/Seite
Kommunikation standardmäßig über das Support-Team; direkter Autorenkontakt „auf Wunsch“
Auffällig „Note Garantie“ beworben; „Online-Klausur“ und „Englisch Sprachtest“ als buchbare Arbeitstypen im Bestellformular
Bewertungen ProvenExpert ~4,7 (über 1.000 Bewertungen), weitere Profile auf kundennote und realreviews

Wer steckt hinter WirSchreiben?

Laut Impressum wird wirschreiben.com von der Akademische Unterstützung GmbH mit Sitz in Nottwil im Kanton Luzern (Schweiz) betrieben, eingetragen im Handelsregister Luzern. Als Geschäftsführer ist Eugen Nutz genannt.

Das ist zunächst transparenter als bei manchen Wettbewerbern, die gar kein vollständiges Impressum führen — etwa SummaCumLaude. Aber es bedeutet auch: Der Anbieter sitzt nicht in Deutschland. Für deutsche Kund:innen heißt das im Streitfall — etwa bei Qualitätsmängeln, ausbleibender Lieferung oder Rückforderungen — ein Schweizer Gerichtsstand. Eine Durchsetzung von Ansprüchen ist möglich, aber aufwendiger und teurer als gegen eine deutsche GmbH. Die deutschen Telefonnummern (Vorwahl Oldenburg, kostenlose 0800-Nummer) ändern an der rechtlichen Situation nichts.

In einer öffentlich einsehbaren Bewertung auf dem ProvenExpert-Profil des Anbieters schildert ein:e Kund:in zudem, dass ein Schlichtungsverfahren über die österreichische Internet Ombudsstelle gescheitert sei, weil der Anbieter daran nicht teilgenommen habe. Das ist eine Einzeldarstellung, die wir nicht unabhängig prüfen können — sie illustriert aber genau das strukturelle Problem ausländischer Anbieter: Wenn die Schlichtung scheitert, bleibt nur der Klageweg im Ausland.

Die Preise: Warum 35 € pro Seite nicht 35 € pro Seite ist

WirSchreiben bewirbt „Preise ab 35 €/Seite“. Wer genauer hinschaut, findet auf derselben Seite die Auflösung — die Preisstaffel nach Autorenqualifikation:

  • Autor:in mit Bachelorabschluss: ab 35 € pro Seite
  • Autor:in mit Masterabschluss: ab 65 € pro Seite
  • Autor:in mit Doktortitel: ab 85 € pro Seite

Das heißt im Klartext: Der beworbene Einstiegspreis gilt für Autor:innen, die selbst nur einen Bachelorabschluss haben. Wer eine Bachelorarbeit von jemandem schreiben lässt, der selbst gerade erst einen Bachelor gemacht hat, sollte sich über das Qualifikationsgefälle im Klaren sein — die schreibende Person hat dann genau eine solche Arbeit selbst verfasst: ihre eigene.

Sobald man eine Qualifikation bucht, die dem Marktstandard seriöser Agenturen entspricht (Masterabschluss aufwärts), liegt WirSchreiben mit 65 €+ pro Seite über vielen Wettbewerbern — auch über uns (efactory1: ab 49 €/Seite für Hausarbeiten, ab 59 € für Bachelorarbeiten, immer mit Autor:innen, die mindestens einen Masterabschluss haben). Der Niedrigpreis ist also primär ein Marketing-Anker.

Die kritischen Punkte im Leistungskatalog

Im Bestellformular von WirSchreiben finden sich Arbeitstypen, die über klassisches Ghostwriting deutlich hinausgehen — und die wir für problematisch halten:

1. „Online-Klausur“ als buchbarer Arbeitstyp. Eine Klausur ist eine höchstpersönlich zu erbringende Echtzeit-Prüfungsleistung. Wer eine Online-Klausur durch Dritte ablegen lässt, begeht einen unmittelbaren, vorsätzlichen Täuschungsversuch — anders als bei einer Mustervorlage gibt es hier keine legale Nutzungsweise. Hochschulen wie die IU setzen bei Online-Klausuren Proctoring (Videoüberwachung) ein und prüfen Verdachtsfälle in mehrstufigen Verfahren. Dass dieser Service offen im Formular angeboten wird, sagt etwas über das Selbstverständnis des Anbieters.

2. „Englisch Sprachtest“ als buchbarer Arbeitstyp. Gleiche Logik: Sprachtests (etwa für Visa, Studienzulassung oder Einbürgerung) durch Dritte ablegen zu lassen ist Identitätstäuschung, in vielen Konstellationen strafbar.

3. „Note Garantie“. Kein Anbieter kann Noten garantieren — die Bewertung liegt allein bei der Hochschule. Eine „Note Garantie“ als Werbeversprechen ist entweder eine leere Floskel oder ein Versprechen, das im Streitfall vor einem Schweizer Gericht durchgesetzt werden müsste (siehe oben).

4. KI-Widerspruch im eigenen Formular. Die Website betont mehrfach, es würden „keine KI-generierten Inhalte“ erstellt und alle Arbeiten würden einen KI-Check durchlaufen. Gleichzeitig enthält das Bestellformular Arbeitstypen wie „Bachelorarbeit schreiben lassen mit KI“ und „Hausarbeit schreiben lassen mit KI“. Beides zugleich geht nicht. Wer dort bestellt, sollte sehr genau klären, was er bekommt — KI-generierte Texte sind durch KI-Detektoren zunehmend nachweisbar und führen vermehrt zu prüfungsrechtlichen Verfahren bis zur Exmatrikulation.

5. Kommunikation über das Support-Team. Der Kontakt zur schreibenden Person läuft standardmäßig über den Support; direkter Autorenkontakt ist laut Website „auf Wunsch möglich“. Bei methodischen Rückfragen — die bei Abschlussarbeiten ständig auftreten — ist jeder zwischengeschaltete Kanal ein Reibungsverlust. Wir halten direkten Autorenkontakt für eines der wichtigsten Qualitätssignale überhaupt.

Was für WirSchreiben spricht

Fairness gebietet, auch die Punkte zu nennen, die der Anbieter besser macht als viele andere:

  • Vollständiges Impressum mit Firmierung, Handelsregisternummer und namentlich genanntem Geschäftsführer — das haben viele Anbieter im Graubereich nicht.
  • Großes Bewertungsvolumen: Über 1.000 ProvenExpert-Bewertungen mit ~4,7 Sternen, dazu Profile auf weiteren Plattformen. Die Masse positiver Stimmen ist real vorhanden, auch wenn einzelne Bewertungstexte sprachlich auffällig generisch wirken.
  • Transparente Preisstaffel nach Autorenqualifikation — man kann kritisieren, dass der Einstiegspreis irreführend beworben wird, aber die Staffel selbst ist offen einsehbar.
  • Teilzahlung und 14-Tage-Korrekturfenster sind branchenüblich solide.

Unser Fazit zu WirSchreiben

WirSchreiben ist kein anonymer Betrugsanbieter — Impressum, Firmierung und Bewertungsvolumen sind vorhanden. Aber drei strukturelle Punkte sollten Studierende vor einer Beauftragung abwägen:

  1. Der Schweizer Gerichtsstand macht die Durchsetzung von Ansprüchen im Streitfall aufwendig.
  2. Der beworbene Einstiegspreis gilt für Bachelor-Autor:innen — vergleichbare Qualifikation (Master+) kostet 65 €+ und liegt damit über deutschen Wettbewerbern.
  3. Die buchbaren Online-Klausuren und Sprachtests markieren ein Geschäftsmodell, das offenen Prüfungsbetrug einschließt. Wer als Anbieter diese Linie überschreitet, bei dem stellt sich die Frage, wo sonst noch Linien überschritten werden — etwa bei der versprochenen KI-Freiheit.

Wer eine Mustervorlage von einer rechtlich greifbaren deutschen Agentur mit durchgehend Master-qualifizierten Autor:innen und direktem Autorenkontakt will, findet in unserem Agenturvergleich 2026 die Alternativen — einschließlich einer ehrlichen Einordnung, für wen wir selbst die richtige Wahl sind und für wen nicht.

Häufige Fragen zu WirSchreiben

Ist WirSchreiben seriös?

WirSchreiben hat ein vollständiges Impressum (Akademische Unterstützung GmbH, Nottwil/Schweiz) und ein großes Bewertungsvolumen. Kritisch sehen wir den Schweizer Gerichtsstand, die irreführende Preiskommunikation (Einstiegspreis = Bachelor-Autor:innen) und vor allem die buchbaren Online-Klausuren und Sprachtests, die klaren Prüfungsbetrug darstellen.

Wo sitzt WirSchreiben?

Laut Impressum in Nottwil, Kanton Luzern, Schweiz — betrieben von der Akademische Unterstützung GmbH (Handelsregister Luzern). Die deutschen Telefonnummern ändern nichts am Schweizer Gerichtsstand.

Was kostet WirSchreiben wirklich?

Beworben ab 35 €/Seite. Dieser Preis gilt laut Preisstaffel für Autor:innen mit Bachelorabschluss. Autor:innen mit Masterabschluss kosten ab 65 €/Seite, mit Doktortitel ab 85 €/Seite.

Arbeitet WirSchreiben mit KI?

Die Website verneint das und verspricht KI-Checks. Gleichzeitig enthält das Bestellformular Arbeitstypen wie „Bachelorarbeit schreiben lassen mit KI“. Wir können nicht prüfen, was intern passiert — der Widerspruch in der Eigendarstellung ist aber dokumentierbar.

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