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Aufbau der Arbeit Bachelorarbeit: Die vollständige Einleitung von A bis Z

Die Einleitung ist das erste Kapitel, das ein Gutachter liest, und das letzte, das man schreiben sollte. Diese paradoxe Aussage beschreibt eine reale Schwierigkeit: Die Einleitung setzt alles voraus, was die Arbeit enthält – die Forschungsfrage, das methodische Vorgehen, die Kapitelstruktur – und kann deshalb erst dann präzise formuliert werden, wenn all das vorhanden ist. Wer die Einleitung zuerst schreibt, schreibt sie zweimal.

Dieser Ratgeber beschreibt, wie die Einleitung einer Bachelorarbeit vollständig aufgebaut ist: Was sind die fünf Elemente, aus denen sie typischerweise besteht? Was leistet jedes Element? In welcher Reihenfolge stehen sie? Wie lang ist jedes? Wie verbindet man sie zu einer kohärenten argumentativen Einführung? Und wie schreibt man sie so, dass der Gutachter bereits nach der Lektüre der Einleitung versteht, was die Arbeit will, wie sie vorgeht und warum sie so aufgebaut ist?

Was die Einleitung leisten soll

Die Einleitung einer Bachelorarbeit hat vier Funktionen, die zusammen den Lesenden in die Lage versetzen, die Arbeit mit der richtigen Erwartungshaltung zu lesen. Die erste Funktion ist die Kontextualisierung: Die Einleitung stellt das Thema in einen größeren wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Kontext und begründet, warum dieses Thema wissenschaftlich relevant und bearbeitungswürdig ist. Die zweite Funktion ist die Fokussierung: Die Einleitung verengt den breiten Kontext auf eine spezifische Forschungsfrage und macht damit den Untersuchungsgegenstand der Arbeit klar.

Die dritte Funktion ist die Orientierung: Die Einleitung beschreibt das methodische Vorgehen und die Kapitelstruktur und gibt dem Lesenden eine mentale Karte der Arbeit, bevor er die eigentlichen Kapitel liest. Die vierte Funktion ist die Erwartungssteuerung: Die Einleitung sagt dem Lesenden, was die Arbeit leistet und was sie nicht leistet, also wo die Abgrenzungen des Untersuchungsgegenstands liegen und welche Aspekte des Themas bewusst ausgelassen werden.

Was die Einleitung nicht leisten soll: Sie soll die Ergebnisse der Arbeit nicht vorwegnehmen, keine detaillierte theoretische Grundlegung liefern (das ist die Funktion des Theorieteils) und keinen erschöpfenden Literaturüberblick bieten. Die Einleitung führt ein; sie ersetzt keine Kapitel.

Die fünf Elemente der Bachelorarbeitseinleitung

Eine vollständige Einleitung einer Bachelorarbeit besteht aus fünf Elementen, die in einer logischen Reihenfolge aufeinander aufbauen. Das erste Element ist die Problemstellung, die das Thema kontextualisiert und die Relevanz der Forschungsfrage begründet. Das zweite Element ist die Forschungsfrage selbst, die explizit und präzise formuliert wird. Das dritte Element ist der methodische Überblick, der kurz beschreibt, wie die Forschungsfrage beantwortet wird. Das vierte Element ist die Abgrenzung, die explizit benennt, was die Arbeit nicht untersucht. Das fünfte Element ist der Aufbauabschnitt, der die Kapitelstruktur der Arbeit beschreibt.

Diese fünf Elemente können als Fließtext in einem einzigen Einleitungskapitel ohne Unterkapitel erscheinen, oder sie können als nummerierte Unterkapitel strukturiert sein. Beide Varianten sind legitim; welche in der eigenen Hochschule und im eigenen Fach üblich ist, erfährt man durch Lektüre älterer Bachelorarbeiten oder durch Rückfrage beim Betreuer.

Element 1: Die Problemstellung

Die Problemstellung ist der erste und häufig längste Teil der Einleitung. Sie kontextualisiert das Thema der Bachelorarbeit und begründet, warum dieses Thema wissenschaftlich bearbeitet werden sollte. Die Problemstellung folgt dabei dem Trichtermodell: Sie beginnt mit einem breiteren Kontext, dem wissenschaftlichen Feld oder der gesellschaftlichen Relevanz des Themas, und verengt sich progressiv bis zur spezifischen Forschungslücke, die die Arbeit schließt.

Was eine gute Problemstellung auszeichnet, ist die explizite Verbindung von wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Relevanz: Warum ist dieses Thema für das Wissenschaftsfeld relevant? Und warum hat es praktische oder gesellschaftliche Bedeutung? Diese doppelte Relevanz macht die Forschungsfrage für den Lesenden nachvollziehbar, der möglicherweise nicht Fachexperte ist.

Was die Problemstellung nicht tun sollte, ist zu allgemein oder zu abstrakt beginnen. Ein Einstieg wie „Seit jeher hat sich die Menschheit mit dem Thema X beschäftigt“ oder „In der heutigen globalisierten Welt ist Y wichtiger denn je“ ist zu vage und zu beliebig. Eine starke Problemstellung beginnt spezifischer: mit einem aktuellen Befund aus der Literatur, einer empirischen Beobachtung, einem gesellschaftlichen Problem oder einem wissenschaftlichen Widerspruch, der erklärt werden muss.

Element 1b: Die Forschungslücke

Am Ende der Problemstellung steht in der Regel ein Hinweis auf die Forschungslücke: Was weiß die Wissenschaft noch nicht, was widersprüchlich ist, oder was bisher nicht im relevanten Kontext untersucht wurde? Diese Forschungslücke ist die Rechtfertigung der eigenen Forschungsfrage: Wenn die Lücke identifiziert ist, ist klar, warum die folgende Forschungsfrage notwendig und sinnvoll ist.

In deutschen Bachelorarbeiten ist die Forschungslücke häufig weniger explizit formuliert als in englischsprachigen Theses, wo die Gap-Identifikation ein obligatorisches Element ist. Aber auch in deutschen Einleitungen sollte die Forschungslücke erkennbar sein, auch wenn sie nicht mit dem Formulierungsmuster „Despite extensive research on X, little is known about Y“ expliziert wird. Typische deutsche Formulierungen sind: „Die bisherige Forschung hat sich vor allem auf X konzentriert und Y dabei vernachlässigt“, „Während A gut untersucht ist, fehlen Studien zu B“ oder „Die Frage, ob X unter den Bedingungen Y gilt, ist bisher nicht empirisch untersucht worden.“

Element 2: Die Forschungsfrage

Die Forschungsfrage ist das wichtigste Element der gesamten Einleitung. Sie benennt präzise, was die Arbeit untersucht, und ist der strukturelle Ausgangspunkt für alle folgenden Kapitel. Wer die Forschungsfrage kennt, kann beurteilen, ob der Theorieteil die richtigen Grundlagen legt, ob die Methodik zur Frage passt und ob das Fazit die Frage tatsächlich beantwortet.

Was die Forschungsfrage formal auszeichnet: Sie steht als expliziter Fragesatz in der Einleitung, gut erkennbar und nicht versteckt im Fließtext. In manchen Arbeiten ist sie kursiv gesetzt oder durch einen eigenen Absatz hervorgehoben, damit der Lesende sie sofort findet. Diese optische Hervorhebung ist kein stilistischer Luxus, sondern eine Leserhilfe: Der Gutachter, der das Fazit liest und prüft, ob die Forschungsfrage beantwortet wurde, braucht die Forschungsfrage schnell wieder finden zu können.

Wie man die Forschungsfrage formuliert

Eine gute Forschungsfrage hat drei Eigenschaften: Sie ist spezifisch, wissenschaftlich beantwortbar und offen. Spezifisch bedeutet, dass sie nicht zu breit ist, um in einer Bachelorarbeit beantwortet werden zu können: „Welchen Einfluss haben soziale Medien auf die Gesellschaft?“ ist zu breit. „Inwiefern beeinflusst die Intensität der Instagram-Nutzung das Körperbild von Schülerinnen im Alter von dreizehn bis sechzehn Jahren?“ ist spezifisch. Wissenschaftlich beantwortbar bedeutet, dass die Frage durch empirische oder theoretische Mittel beantwortet werden kann, also keine normativen oder moralischen Fragen stellt. Offen bedeutet, dass die Antwort nicht trivial ist und tatsächlich untersucht werden muss.

Was bei der Formulierung der Forschungsfrage häufig falsch gemacht wird: Die Frage ist als Aussagesatz statt als Fragesatz formuliert. Die Frage ist zu allgemein, sodass sie ohne eigene Untersuchung aus dem Forschungsstand beantwortet werden könnte. Die Frage enthält Wertungen, also Formulierungen wie „warum ist X so problematisch“, die eine Vorannahme über den Sachverhalt einschließen. Und die Frage beinhaltet mehrere Unterfragen, die eigentlich getrennt formuliert werden sollten.

Wie viele Forschungsfragen eine Bachelorarbeit haben sollte: In der Regel eine Hauptforschungsfrage, die ggf. durch zwei bis drei Teilfragen konkretisiert wird. Mehr als eine übergeordnete Hauptforschungsfrage ist für eine Bachelorarbeit in der Regel zu viel, weil die Arbeit dann entweder zu breit wird oder die Fragen nicht ausreichend tief beantwortet werden können.

Element 2b: Die Zielsetzung

Manche Einleitungen enthalten neben der Forschungsfrage eine explizite Zielsetzung der Arbeit: Was soll die Arbeit leisten? Diese Zielsetzung kann in einem einzigen Satz formuliert werden, der den Zweck der Arbeit benennt: „Ziel dieser Arbeit ist es, X zu untersuchen und dabei Y zu berücksichtigen.“ Die Zielsetzung ist der Forschungsfrage sehr ähnlich und wird in manchen Fächern und Hochschulen als ergänzendes Element erwartet, in anderen nicht.

Wenn die Zielsetzung formuliert wird, sollte sie sich von der Forschungsfrage unterscheiden: Die Forschungsfrage fragt, die Zielsetzung benennt den Zweck oder den Beitrag der Untersuchung. Wer beides formuliert, achtet darauf, dass beide aufeinander abgestimmt sind: Die Zielsetzung beschreibt, was die Arbeit durch die Beantwortung der Forschungsfrage leisten wird.

Element 3: Der methodische Überblick

Der methodische Überblick ist ein kurzer Abschnitt in der Einleitung, der in zwei bis vier Sätzen beschreibt, wie die Forschungsfrage beantwortet wird. Er kündigt die Methode an, ohne sie vollständig zu beschreiben: Die vollständige Methodenbeschreibung erfolgt im Methodikteil. Der methodische Überblick in der Einleitung gibt dem Lesenden eine erste Orientierung über den Charakter der Arbeit: Ist es eine empirische Studie oder eine theoretische Analyse? Qualitativ oder quantitativ? Mit welchem Datentyp?

Was der methodische Überblick typischerweise benennt: den methodischen Ansatz (qualitativ/quantitativ), die Erhebungsmethode (Interviews/Befragung/Literaturanalyse), den Untersuchungsgegenstand und, wenn relevant, den Untersuchungszeitraum oder den Untersuchungskontext. Was er nicht enthält: eine detaillierte Beschreibung des Forschungsdesigns, die Stichprobengröße oder die Auswertungsstrategie. Diese Details gehören in den Methodikteil.

Ein typischer Formulierungsrahmen für den methodischen Überblick: „Um die Forschungsfrage zu beantworten, wird eine [empirisch-qualitative/quantitative/theoretische] Studie durchgeführt. Als Erhebungsmethode dienen [leitfadengestützte Interviews/standardisierte Online-Befragung/Literaturanalyse], die [Stichprobenbeschreibung in einem Satz]. Die Auswertung erfolgt mittels [Auswertungsverfahren in einem Satz].“ Dieser Rahmen gibt Orientierung ohne Detailtiefe.

Element 4: Die Abgrenzung

Die Abgrenzung ist ein oft unterschätztes Element der Einleitung. Sie benennt explizit, was die Arbeit nicht untersucht, also wo die thematischen, methodischen oder zeitlichen Grenzen des Untersuchungsgegenstands liegen. Diese explizite Benennung von Grenzen verhindert, dass der Lesende oder der Gutachter die Arbeit dafür kritisiert, dass sie bestimmte Aspekte nicht behandelt, obwohl diese Aspekte bewusst ausgegrenzt wurden.

Was eine gute Abgrenzung auszeichnet, ist die Begründung: Nicht nur benennen, was ausgegrenzt wird, sondern auch kurz begründen, warum. „Diese Arbeit beschränkt sich auf deutsche Unternehmen, weil die institutionellen Rahmenbedingungen in anderen Ländern erheblich abweichen und ein internationaler Vergleich den Rahmen einer Bachelorarbeit überschreiten würde“ ist eine begründete Abgrenzung. „Diese Arbeit beschränkt sich auf deutsche Unternehmen“ ist eine unbegründete Abgrenzung, die dem Lesenden nicht klar macht, ob die Beschränkung inhaltlich oder pragmatisch motiviert ist.

Die Abgrenzung erscheint in manchen Einleitungen als eigenständiger Absatz nach der Forschungsfrage, in anderen ist sie in die Problemstellung oder den methodischen Überblick integriert. Wann immer die Arbeit erhebliche thematische Einschränkungen hat, also wenn das Thema so breit ist, dass die Fokussierung erklärungsbedürftig ist, sollte die Abgrenzung als eigenständiges Element erscheinen.

Element 5: Der Aufbau der Arbeit

Der Aufbau-der-Arbeit-Abschnitt ist das letzte Element der Einleitung. Er beschreibt in wenigen Sätzen, welche Kapitel die Arbeit enthält, was jedes Kapitel leistet und wie die Kapitel argumentativ aufeinander aufbauen. Er ist kein zweites Inhaltsverzeichnis in Prosaform, sondern eine argumentative Kurzbeschreibung der Kapitelstruktur, die zeigt, wie die Arbeit von der Forschungsfrage zur Antwort führt.

Was der Aufbau-der-Arbeit-Abschnitt in der Einleitung für den Lesenden leistet, ist die finale Orientierung vor dem Beginn der eigentlichen Kapitel: Er schließt die Einleitung ab und gibt dem Lesenden eine vollständige mentale Karte der Arbeit, bevor er mit dem Lesen des Theorieteils beginnt. Wer den Aufbau-der-Arbeit-Abschnitt liest und danach weiß, was ihn in den nächsten Stunden des Lesens erwartet, hat die Einleitung ihren Zweck erfüllt.

Wie man die fünf Elemente verbindet

Was eine starke Einleitung von einer schwachen unterscheidet, ist nicht das Vorhandensein der fünf Elemente, sondern ihre argumentative Verbindung. In einer starken Einleitung führt jedes Element logisch zum nächsten: Die Problemstellung begründet die Forschungslücke. Die Forschungslücke begründet die Forschungsfrage. Die Forschungsfrage bestimmt die Methode. Die Methode bestimmt die Kapitelstruktur. Und der Aufbau-der-Arbeit-Abschnitt macht diese Kapitelstruktur explizit.

Was die Verbindung zwischen den Elementen sprachlich sichtbar macht, sind Übergangssätze oder Übergangswörter: „Vor diesem Hintergrund fragt die vorliegende Arbeit…“, „Um diese Frage zu beantworten, wird…“, „Angesichts des komplexen Themenfelds beschränkt sich diese Arbeit auf…“, „Die Arbeit ist wie folgt gegliedert:“. Diese Übergänge zeigen dem Lesenden, dass die Elemente nicht zufällig nebeneinander stehen, sondern dass sie logisch auseinander folgen.

Was eine schwache Einleitung auszeichnet, ist das Fehlen dieser Verbindungen: Die Elemente stehen nebeneinander wie Listeneinträge, ohne erkennbare logische Beziehung. Die Problemstellung beschreibt das Thema, dann kommt ohne Übergang die Forschungsfrage, dann ohne Übergang der methodische Überblick. Diese Additiv-Struktur zeigt, dass die Einleitung als Formular ausgefüllt, nicht als argumentativer Text geschrieben wurde.

Länge und Gewichtung der Einleitung

Die Gesamtlänge einer gut strukturierten Einleitung einer Bachelorarbeit liegt typischerweise zwischen zwei und fünf Seiten. Die Gewichtung der einzelnen Elemente ist dabei nicht gleichmäßig: Die Problemstellung nimmt in der Regel den größten Teil der Einleitung ein, weil sie den wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Kontext entwickelt und die Forschungslücke begründet. Die Forschungsfrage ist kurz, ein Absatz oder wenige Sätze. Der methodische Überblick ist ebenfalls kurz, zwei bis vier Sätze. Die Abgrenzung ist ein kurzer Absatz. Und der Aufbauabschnitt ist ein Absatz von vier bis acht Sätzen.

Was zu einer zu kurzen Einleitung führt: eine Problemstellung, die den Kontext nicht ausreichend entwickelt; eine Forschungslücke, die nicht explizit benannt wird; oder fehlende Elemente wie die Abgrenzung oder den Aufbauabschnitt. Was zu einer zu langen Einleitung führt: eine Problemstellung, die bereits in theoretische Tiefe geht, die in den Theorieteil gehört; ein methodischer Überblick, der die Methodik so detailliert beschreibt, dass er den Methodikteil vorwegnimmt; oder ein Aufbauabschnitt, der jeden Unterabschnitt jedes Kapitels aufführt.

Unterkapitel oder Fließtext?

Die Frage, ob die Einleitung als Fließtext ohne Unterkapitel oder als nummerierte Unterkapitelstruktur gestaltet werden soll, hat keine universelle Antwort. In manchen Fächern und Hochschulen ist es üblich, die Einleitung als 1.1, 1.2, 1.3… zu strukturieren; in anderen ist ein einheitlicher Fließtext der Norm. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile.

Die Unterkapitelstruktur macht die fünf Elemente für den Lesenden sofort erkennbar und erlaubt schnelles Navigieren. Sie ist besonders dann sinnvoll, wenn die Einleitung vier oder mehr Seiten umfasst und die einzelnen Elemente ausführlicher entwickelt werden. Was der Fließtext leistet: Er verbindet die Elemente nahtlos zu einer argumentativen Einheit und verhindert, dass die Einleitung als Formular wirkt. Was der Fließtext riskiert: Wenn er nicht gut strukturiert ist, können die fünf Elemente für den Lesenden schwer zu identifizieren sein.

Eine hybride Lösung ist häufig die beste: Die Einleitung ist als Fließtext gestaltet, mit deutlichen Absatzsetzungen zwischen den Elementen und ggf. einem einzigen hervorgehobenen Satz für die Forschungsfrage. Diese Struktur gibt dem Text Kohärenz und dem Lesenden Orientierung gleichzeitig.

Der erste Satz der Einleitung

Der erste Satz der Einleitung ist der erste Kontaktpunkt zwischen der Arbeit und dem Lesenden. Was er nicht tun sollte, ist mit einer Platitude zu beginnen: „In der heutigen Zeit ist X wichtiger denn je“ oder „Die Frage nach Y beschäftigt die Menschen seit langer Zeit“ sind zu vage und zu beliebig. Was er tun sollte, ist spezifisch und informativ sein: ein konkreter Befund aus der Literatur, eine überraschende Beobachtung, ein relevantes gesellschaftliches Problem oder eine wissenschaftliche Kontroverse.

Ein guter erster Satz tut zwei Dinge gleichzeitig: Er benennt das Thema der Arbeit und weckt das Interesse des Lesenden, weil er etwas Konkretes und Informatives sagt. „Studien zeigen, dass Bürgerinnen und Bürger in Deutschland trotz eines allgemein hohen Vertrauens in staatliche Institutionen erhebliche Vorbehalte gegenüber digitalisierten Verwaltungsverfahren haben“ ist ein guter erster Satz, weil er konkret, informativ und themenbezogen ist.

Der letzte Satz der Einleitung

Der letzte Satz der Einleitung, also der letzte Satz des Aufbau-der-Arbeit-Abschnitts, schließt die Einleitung ab und leitet den Lesenden zum Beginn des Theorieteils über. Er sollte die Einleitung argumentativ abschließen, also den Übergang vom einführenden Teil zur eigentlichen Arbeit markieren. Typische Formulierungen sind: „Damit ist der Boden bereitet für eine vertiefte Analyse der Frage, ob…“, „Die folgenden Kapitel entwickeln die Antwort auf diese Frage systematisch“ oder einfach die letzte Kapitelankündigung im Aufbauabschnitt, die mit dem Fazit endet: „…bevor Kapitel sechs abschließend die Forschungsfrage beantwortet und einen Ausblick auf weiterführende Forschung gibt.“

Wann man die Einleitung schreibt

Die Empfehlung, die Einleitung zuletzt oder vorletzte zu schreiben, ist nicht nur ein stilistischer Tipp, sondern hat einen handfesten praktischen Grund: Die Einleitung beschreibt etwas, das erst vollständig bekannt ist, wenn die Arbeit fertig ist. Die Forschungsfrage kann endgültig präzisiert werden, wenn klar ist, was die Arbeit tatsächlich beantwortet hat. Der methodische Überblick kann präzise formuliert werden, wenn die Methodik tatsächlich durchgeführt ist. Und der Aufbauabschnitt kann korrekt beschreiben, was in den Kapiteln steht, wenn die Kapitel geschrieben sind.

Was man stattdessen zu Beginn der Schreibphase schreiben kann, ist eine Arbeitseinleitung: einen informellen Text für den eigenen Gebrauch, der die Forschungsfrage, den methodischen Ansatz und die geplante Kapitelstruktur beschreibt. Diese Arbeitseinleitung ist ein Planungsdokument, das man während des Schreibens als Orientierung nutzt. Am Ende wird sie in die formale Einleitung überführt, die dann präzise und vollständig ist.

Häufige Fehler in der Einleitung

Der häufigste Fehler in Bachelorarbeitseinleitungen ist die Forschungsfrage, die zu vage formuliert ist. Eine Frage wie „Welche Auswirkungen hat Social Media auf die Gesellschaft?“ ist so breit, dass sie weder in einer Bachelorarbeit noch in einer Dissertation vollständig beantwortet werden könnte. Eine gute Einleitung hat eine Forschungsfrage, die so spezifisch ist, dass klar ist, was die Arbeit untersucht und was sie nicht untersucht.

Der zweite häufige Fehler ist die Einleitung, die bereits theoretische Inhalte des Theorieteils enthält: Definitionen, Theoriedarstellungen und Literaturüberblicke gehören in den Theorieteil, nicht in die Einleitung. Die Einleitung gibt Kontext, aber keine theoretische Tiefe. Der dritte häufige Fehler ist die fehlende Abgrenzung: Wenn die Arbeit erhebliche thematische Grenzen hat, die nicht begründet werden, entsteht beim Lesenden der Eindruck, dass relevante Aspekte vergessen wurden statt bewusst ausgegrenzt.

Wie man die Einleitung überprüft

Eine einfache Qualitätsprüfung der Einleitung besteht aus drei Fragen. Erstens: Versteht ein informierter Lesender, der nur die Einleitung liest, was die Arbeit untersucht, warum es wichtig ist, wie vorgegangen wird und wie die Arbeit aufgebaut ist? Wenn ja, erfüllt die Einleitung ihre Navigationsfunktion. Zweitens: Enthält die Einleitung Inhalte, die eigentlich in den Theorieteil oder den Methodikteil gehören? Wenn ja, müssen sie in die entsprechenden Kapitel verschoben werden. Drittens: Stimmt die Einleitung mit der tatsächlichen Arbeit überein? Beschreibt der Aufbauabschnitt tatsächlich das, was in den Kapiteln steht?

Unterstützung für eine starke Einleitung

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Häufig gestellte Fragen

Was gehört in die Einleitung einer Bachelorarbeit?

Fünf Elemente: Problemstellung mit Forschungslücke, Forschungsfrage, methodischer Überblick, Abgrenzung des Untersuchungsgegenstands und Aufbauabschnitt. Diese Elemente werden argumentativ verbunden zu einer kohärenten Einführung in die Arbeit.

Wie lang ist die Einleitung einer Bachelorarbeit?

Typischerweise zwei bis fünf Seiten. Die Problemstellung nimmt den größten Teil ein. Forschungsfrage, methodischer Überblick, Abgrenzung und Aufbauabschnitt sind jeweils kurze Elemente von wenigen Sätzen bis zu einem Absatz.

Wie formuliert man die Forschungsfrage in der Einleitung?

Als expliziter, spezifischer Fragesatz, gut erkennbar in der Einleitung. Spezifisch genug für eine Bachelorarbeit, wissenschaftlich beantwortbar, offen und nicht normativ. Häufig durch einen eigenen Absatz oder Kursivdruck hervorgehoben.

Wann schreibt man die Einleitung?

Zuletzt oder vorletzte, nach der Fertigstellung der anderen Kapitel. Nur dann kann man die Forschungsfrage präzise, den methodischen Überblick korrekt und den Aufbauabschnitt vollständig formulieren.

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